01:18 27 November 2020
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    Rund 230.000 Tonnen Plastikmüll landen nach einer neuen Berechnung der Weltnaturschutzunion (IUCN) jährlich ins Mittelmeer allein aus den 33 Staaten an seinen Küsten und entlang wichtiger Zuflüsse wie Nil, Po und Rhone.

    Das entspreche umgerechnet pro Tag dem Inhalt von mehr als 500 Frachtcontainern, so die IUCN-Mitteilung. Plastikmüll mache dabei 94 Prozent dieser Menge aus, der Rest sei die Mikroplastik. Als Grund für die Plastikverschmutzung des Mittelmeers werde vor allem die falsche Müllentsorgung in einigen Staaten genannt.

    Der größte Anteil kommt laut der Studie aus Ägypten (schätzungsweise rund 74 000 Tonnen pro Jahr), Italien (34 000 Tonnen) und der Türkei (24 000 Tonnen). Bezogen auf die Einwohnerzahl steht am ersten Platz allerdings Montenegro (etwa 8 Kilogramm Plastikmüll pro Jahr und Kopf), gefolgt von Albanien, Bosnien und Herzegowina und Nordmazedonien.

    Plastikverschmutzung könne schwere Langzeitschäden für Ökosysteme an Land und im Wasser auslösen, betonte die Direktorin des IUCN-Programms für Meere und Polarregionen, Minna Epps. „Wie dieser Bericht klarmacht, reichen die derzeitigen und geplanten Maßnahmen nicht aus, um den Plastikzustrom zu reduzieren und diesen Einflüssen vorzubeugen.“

    Die obengenannten Zahlen sind laut IUCN nur ein mittlerer Schätzwert, denn nicht jeder Abfall wie z.B. Fischernetze sei berücksichtigt worden. So hatte der WWF in einer Studie 2019 rund 570 000 Tonnen Plastikmüll pro Jahr im Mittelmeer geschätzt.

    Verdoppelung der Müllmenge bis 2040

    Die Experten warnten zudem, dass der Mangel an entschiedenen Maßnahmen zur Verdoppelung der Müllmenge bis 2040 führen könne. Die Abfallmenge könnte um ein Viertel durch die Verbesserung der Abfallwirtschaft in den am stärksten zur Müllmenge beitragenden 100 Städten gesenkt werden. Auch Verbote etwa von Einwegartikeln aus Plastik könnten demnach deutliche Effekte erzielen.

    aa/dpa/mt

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    Tags:
    Abfall, Verschmutzung, Müll, Mikroplastik, Plastik, Mittelmeer