15:16 25 November 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    2614
    Abonnieren

    Seit Jahren wird Frankreich von islamistisch motivierten Terrorattacken heimgesucht. Nach der brutalen Enthauptung eines Schullehrers bei Paris vor zwei Wochen wurde das Land am Donnerstag erneut erschüttert – diesmal traf es drei Menschen in einer Kirche in Nizza. Doch wann nahm das Übel seinen Anfang? Die größten Terroranschläge im Überblick.

    • Der Terroranschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris kann als Ausgangspunkt für die Anschläge der letzten Jahre genommen werden. Am 7. Januar 2015 stürmten mehrere bewaffnete Männer die Redaktion von Charlie Hebdo und töteten insgesamt zwölf Menschen. Die Täter wollten der Zeitschrift einen Denkzettel verpassen, nachdem das Satireblatt erneut umstrittene Mohammed-Karikaturen veröffentlicht hatte.
    • Ein weiteres düsteres Kapitel ist die Anschlagsserie in Paris, bei der am 13. November 2015 insgesamt 130 Menschen getötet und 683 verletzt wurden. Die koordinierten islamistischen Attentate ereigneten sich in Paris und an drei Orten der Vorstadt Saint-Denis. Die Angriffe trafen die Zuschauer eines Fußballspiels im Stade de France, die Besucher eines Rockkonzerts im Bataclan-Theater sowie die Gäste zahlreicher Bars, Cafés und Restaurants. Zu den Anschlägen bekannte sich der terroristische Vereinigung „Islamischer Staat“*.  
    • Zahlreiche Opfer forderte auch das Attentat an der Promenade des Anglais in Nizza: Am 14. Juli 2016 begingen dort Tausende Menschen den französischen Nationalfeiertag, als ein Attentäter mit einem Lastwagen in die Menschenmenge raste. 85 Menschen wurden getötet – 434 verletzt.
    • Bei einem islamistisch motivierten Anschlag auf einem Weihnachtsmarkt in Straßburg wurden 2018 fünf Personen getötet und zwölf zum Teil schwer verletzt. Der 29 Jahre alte Täter schoss mit einer Kurzwaffe auf Passanten und griff danach zum Messer.
    • Der 47-jährige Geschichtslehrer Samuel Paty wurde am 16. Oktober in dem Pariser Vorort  Conflans-Sainte-Honorine von einem 18-Jährigen auf offener Straße enthauptet. Der mutmaßliche Täter – ein Schüler des Ermordeten – wurde später von Sicherheitskräften erschossen. Als bisheriges Tatmotiv gelten die Karikaturen des Propheten Mohammed, welche der Lehrer seinen Schülern einige Wochen zuvor im Unterricht gezeigt haben soll. Staatspräsident Emmanuel Macron hatte direkt nach der Tat von einem islamistischen Terrorakt gesprochen.
    • Wieder trifft es Nizza: Am 29.10.2020 kam es dort in der Kirche Notre-Dame zu brutalen Messerattacken, bei denen drei Menschen – darunter eine Enthauptung – getötet und sechs verletzt wurden. Auch diesmal soll es sich um eine terroristische Attacke gehandelt haben.

    Paris will durchgreifen

    Bereits nach der Anschlagsserie in Paris kündigte der damalige französische Präsident François Hollande einen entschiedenen Kampf gegen den Terror an. Frankreich beantragte daraufhin als erstes Land in der Geschichte der Europäischen Union den Beistand der anderen EU-Staaten im Rahmen der Regelungen der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik.

    Macron kündigte jüngst Maßnahmen im Kampf gegen den „islamistischen Separatismus“ an. Es gehe darum, einen „Islam der Aufklärung“ aufzubauen und ihn von ausländischem Einfluss zu befreien, so der Staatschef. Auch die Finanzierung von Moscheen soll stärker kontrolliert werden. Unter anderem hatte er sich mehrmals für die Meinungsfreiheit und Veröffentlichung von Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed in der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ ausgesprochen. Mit seiner Haltung hatte er scharfe Kritik aus einer Reihe muslimischer Länder auf sich gezogen.

    *Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten

    mka/gs

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    „Ihr verdammten Kinder- und alte Menschen-Mörder“: Auto fährt in Tor des Bundeskanzleramts
    Medizinprofessor kritisiert Corona-Politik: „Die Zahlen des RKI sind das Papier nicht wert“
    Auch Verteidigungsamt betroffen: Trumps Regierung bereitet umfassende Sanktionen gegen Russland vor
    Tags:
    Terrorismus, Frankreich