06:24 03 Dezember 2020
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    Die Markierung der RT-Reportage zum Thema US-Wahlen durch Twitter als „potentiell irreführend“ ist nach Ansicht der stellvertretenden RT-Chefredakteurin Anna Belkina ein weiteres Beispiel für die Zensur in den Vereinigten Staaten. Russlands Medienaufsichtsbehörde fordert das US-Unternehmen auf, die verhängten Einschränkungen aufzuheben.

    Der russische Fernsehsender veröffentlichte in seinem Twitter-Account eine Reportage unter dem Titel „Fragen häufen sich inmitten von Wahlbetrug und Manipulationsvorwürfen vor den US-Wahlen“ (Questions mount amid voter fraud, rigging claims ahead of US election ). Laut der Markierung der Administration des Kurznachrichtendienstes könnten die „umstrittenen“ Inhalte des Tweets „hinsichtlich der Teilnahme an der Wahl oder einer anderen zivilen Veranstaltung irreführend sein“.

    ​„Dies ist das hundertste Beispiel der US-amerikanischen Zensur, diesmal in Bezug auf ein Video von RT, das einfach und kompetent über alles berichtet, worüber die US-Medien seit vielen Monaten berichten“, sagte sie gegenüber Sputnik. „Aber was kann man noch von Menschen erwarten, denen eine ‚russische Einmischung‘ sogar in Kochrezepte von Borschtsch (eine in Russland weit verbreitete Suppe, die mit Roter Beete zubereitet wird – Anm. d. Red.) vorschwebt“, fügte sie hinzu.

    Laut dem TV-Sender ist das Video der erste einzelne RT-Inhalt, der auf diese Weise markiert wurde.

    ​Russlands Aufsichtsbehörde für Massenmedien, Telekommunikation und Datenschutz, Roskomnadsor, hat das US-Unternehmen aufgefordert, die gegen die RT-Reportage zu den Verstößen während der US-Wahlen verhängten Beschränkungen aufzuheben.

    Twitter zeigt RT, Sputnik und RIA Novosti bei Suchanfragen nicht mehr an

    Der Kurznachrichtendienst Twitter hatte das Konto der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti aus seinen Suchergebnissen entfernt. Für die Internetnutzer, die die Seite der Agentur nicht abonniert haben, wird diese bei Suchanfragen weder in Russland noch in anderen Ländern angezeigt. Früher hatte Twitter RT- und Sputnik-Accounts gleicherweise gesperrt.

    Twitter markiert RT und Sputnik als „staatsnahe Medien“

    Zuvor hatte Twitter angekündigt, Seiten von Medien markieren zu wollen, die unter der Kontrolle von staatlichen Behörden stehen. Zudem sollten die Accounts der Behörden und wichtigen Regierungsbeamten der ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates markiert werden, darunter die Konten von Außenministern, Botschaftern oder offiziellen Vertretern. Eine Ausnahme stellen die persönlichen Accounts von Staatsoberhäuptern dar.

    Als „Staatsnahe Medien in Russland“ werden unter anderem die Seiten der Medienholding MIA Rossiya Segodnya, der Nachrichtenagenturen RIA Novosti und Sputnik, der Fernsehsender Vesti und RT, des Rundfunksenders Vesti FM sowie der persönlichen Seite von RT- und Sputnik-Chefredakteurin Margarita Simonjan markiert. Der Pressedienst von Rossiya Segodnya erklärte, die Medienholding beobachte die Situation und erwarte, dass das Unternehmen dasselbe in Bezug auf die westlichen Medien tue, um den Vorwurf der Doppelstandards zu vermeiden.

    Accounts russischer Medien bei YouTube und Facebook gesperrt 

    Am 1. September hatte Facebook über die Löschung von einer Gruppe aus 13 Accounts und zweier Seiten wegen Verstoßes gegen Serviceregeln über die Verhinderung einer ausländischen Einmischung informiert. Twitter sperrte nach eigenen Angaben fünf Konten in diesem Zusammenhang. Später drängte das russische Außenministerium Facebook und Twitter, ihre Politik zu überprüfen.

    Im Juli hatte die Video-Plattform YouTube die Konten der Webseite des russischen TV-Senders „Zargrad“ sowie die Accounts der Nachrichtenagenturen Anna News und News Front gesperrt sowie das Konto eines der wichtigsten TV-Sender der Teilrepublik Krim, „Krim 24“, entfernt.

    Insgesamt wurden laut offenen Quellen in den letzten Jahren etwa 200 russischsprachige Kanäle von Administratoren der Video-Plattform auf die schwarze Liste gesetzt.

    Am 28. Oktober forderte die russische Aufsichtsbehörde für Massenmedien, Telekommunikation und Datenschutz Facebook, Twitter und Google auf, von der Zensur russischer Medien abzusehen.

    asch/sna/ae

     

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    US-Wahlen, Twitter, Twitter, RT