11:58 02 Dezember 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    1512120
    Abonnieren

    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am Freitagabend vor Spätfolgen von Coronavirus-Infektionen gewarnt. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hat sich in diesem Zusammenhang gegen die Strategie der sogenannten natürlichen Herdenimmunität ausgesprochen.

    „Für eine bedeutende Zahl von Menschen hat dieses Virus eine Reihe ernsthafter Langzeitfolgen“, sagte Ghebreyesus am Freitagabend in Genf. Berichte über anhaltende Komplikationen nach Covid-19 gebe es von Krankenhauspatienten ebenso wie von zu Hause behandelten jungen sowie alten Menschen. Die genaue Anzahl der Betroffenen kann laut der WHO noch nicht genannt werden.

    „Besonders besorgniserregend ist die große Bandbreite an Symptomen, die sich im Laufe der Zeit verändern, oft überschneiden und jedes System im Körper betreffen können“, sagte Ghebreyesus.

    Betroffene berichteten etwa von monatelang andauernden Symptomen wie starker Erschöpfung, Atemproblemen, Herzrasen oder Gedächtnisschwierigkeiten, die eine Rückkehr in den Beruf oder Alltag teils unmöglich machten.

    „Das unterstreicht, wie moralisch unzumutbar und undurchführbar die Strategie der sogenannten natürlichen Herdenimmunität ist“, so der WHO-Chef. Der Ansatz, eine Durchseuchung der Bevölkerung bei unkontrollierter Übertragung zu erlangen, würde ihm zufolge nicht nur Millionen mehr Tote, sondern auch viele Langzeitkranke bedeuten. „Bis wir einen Impfstoff haben, müssen Regierungen und Menschen alles tun, um die Übertragung zu unterdrücken.“

    Diese Notwendigkeit betonte auch das Notfall-Komitee zu Covid-19, eine beratende Expertengruppe der WHO. Das Gremium veröffentlichte am Freitag,  nach einer Tagung, zwölf Empfehlungen an Staaten. Dazu gehört etwa, die Kontaktnachverfolgung sicherzustellen, Pläne für die Verteilung der Coronavirus-Impfungen vorzubereiten und der Politisierung von Pandemie-Maßnahmen entgegenzuwirken.

    ekn/dpa/gs

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Trauer in Trier: Auto als Waffe schwer zu verhindern – rheinland-pfälzischer Innenminister
    Russischer Impfstoff darf dran, so Kommission von der Leyens - aber „nirgendwo in EU außer Ungarn“
    Rüstungskreise: Russische Drohne Ochotnik erstmals als Abfangflugzeug getestet
    Bluttaufe – aber vorher „Hund an die Gurgel“: Australische Elitetruppe in Afghanistan
    Tags:
    Covid-19, Coronavirus, WHO