13:03 03 Dezember 2020
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    Der gebeutelte Reiseveranstalter TUI versucht, mit einem neuen Angebot seine leerstehenden Luxushotels zu retten und gleichzeitig potentiellen Kunden den Lockdown zu versüßen. So wird das Zimmer mit Meerblick zu einem Arbeitsplatz im Home-Office. Nach getaner Arbeit warten Pool und Bar.

    Herausfordernde Zeiten verlangen kreative Lösungen. Viele Menschen haben ihren Arbeitsmittelpunkt während der Coronakrise in die eigenen vier Wände verlegt. Im dunklen November in Deutschland ist dies nicht die attraktivste Vorstellung. Warum nicht einfach den Arbeitsplatz an einen Traumstrand verlegen bei gutem Wetter und jemandem, der für einen kocht, putzt und die Wäsche wäscht? Von touristischen Reisen hat die Kanzlerin abgeraten. Für Home-Office gilt dies nicht.

    „Die ersten Buchungen liegen bereits vor“

    So hat sich das wahrscheinlich auch Robinson, der Premium-Clubanbieter des Reiseveranstalters TUI, gedacht. Er macht kurzerhand die Hotelzimmer zum Home-Office. Das Pilotprojekt startet ab sofort im Robinson Club Quinta da Ria in Portugal. Weitere Clubanlagen auf Fuerteventura, in der Türkei und auf Mallorca sollen folgen.

    „Die ersten Buchungen liegen bereits vor“, sagte Robinson-Club-Geschäftsführer Bernd Mäser den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Wir starten in Gebieten mit einem derzeit sehr geringen Infektionsgeschehen. Je nachdem, welche weiteren Clubs bereist werden können, bauen wir das Angebot aus.“

    Meeting mit dem Meer

    Die Idee hinter der von TUI „Workation“ genannten Mischung aus Arbeit und Urlaub: Warum nicht dem nasskalten Herbstwetter in Deutschland entfliehen und Angenehmes mit Nützlichem verbinden? Die für das Konzept ausgewählten Zimmer in ruhiger Lage werden nach den Wünschen der Gäste so ausgestattet, dass einem reibungslosen Arbeitsablauf nichts im Wege steht. Ob schnelle und stabile Internetverbindung für Videokonferenzen oder der ergonomische Schreibtischstuhl im separaten Büroraum neben dem Schlafzimmer – alles wird möglich gemacht. Bei Bedarf stehen gegen Gebühr auch voll ausgestattete Konferenzräume sowie Zusatztechnik und IT-Unterstützung bereit.

    Das Angebot richtet sich vor allem an berufstätige Langzeitgäste, die mobil arbeiten und gleichzeitig die Vorzüge der angenehmen Urlaubsatmosphäre nutzen möchten. Preise beginnen bei 67 Euro pro Person pro Nacht im Doppelzimmer.

    So lässt sich Home-Office aushalten

    Der Gast muss weder einkaufen noch kochen oder das Auto tanken, sondern kann sich ganz auf seine Arbeit fokussieren, so der Veranstalter.

    Nach getaner Arbeit steht – unter Einhaltung eines umfassenden Covid19-Hygienekonzepts – die Verbesserung der Work-Life-Balance auf dem Programm: in der Mittagspause ein leckeres Gericht vom Buffet und nach Feierabend ein paar Abschläge auf dem Golfplatz. Alternativ locken eine entspannende Massage oder ein Saunagang. Am Abend dann ein Absacker an der Strandbar mit Blick aufs endlose Meer.

    Warum nicht gleich die ganze Familie mitbringen?

    Der Veranstalter wirbt damit, dass man auch gleich die ganze Familie mitbringen kann. Es gibt natürlich auch Betreuungsangebote für die Minis – das ist ja das eigentliche Konzept der Robinson-Clubs. Auch alle weiteren Urlaubsangebote wie Fahrradtouren in das umliegende Naturschutzgebiet, Unterhaltungsprogramm mit Livemusik und Shows im clubeigenen Theater sollen laut Anbieter stattfinden können.

    Ob das dann noch als Arbeit im Home-Office zählt, muss man mit seinem Arbeitgeber verhandeln. Die Kanzlerin ist wahrscheinlich „not amused“ über solche Angebote ausgerechnet am ersten Tag des neuen Lockdowns.

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    Tags:
    Portugal, TUI Travel, Homeoffice