06:18 03 Dezember 2020
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    Der Angeklagte im Prozess um den Terroranschlag von Halle ist nach Einschätzung einer Psychologin durchschnittlich intelligent. Ihr zufolge hat ein Test einen IQ-Wert von 105 – einen durchschnittlichen Wert – ergeben.

    Auch die kognitiven Fähigkeiten des Mannes seien demnach unauffällig, wie die Gutachterin am Dienstag vor Gericht sagte. Außerdem bescheinigte die Psychologin dem Angeklagten Anzeichen von Depression, Paranoia und eine gewisse Naivität.

    Das sogenannte testpsychologische Zusatzgutachten der Psychologin wird das psychiatrische Gutachten über den Angeklagten ergänzen, das ein forensischer Psychiater am Nachmittag vorlegen sollte. Die psychologische Untersuchung, in deren Ablauf der Angeklagte auch mehrere Fragebögen ausgefüllt hat, dauerte drei Stunden. Der Psychologin zufolge habe der Angeklagte bei der Beantwortung oft und an merkwürdigen Stellen gelacht und außerdem einige Formulierungen korrigiert. Das Verfahren um den Anschlag läuft seit Juli. Am 9. Oktober 2019 hatte ein schwer bewaffneter Mann versucht, die Synagoge von Halle anzugreifen, um dort am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur ein Massaker anzurichten. Nachdem er nicht in das Gotteshaus gelangen konnte, erschoss er eine 40 Jahre alte Passantin und kurz darauf einen 20-Jährigen in einem Döner-Imbiss.

    Der 28 Jahre alte Deutsche Stephan Balliet hat die ihm zur Last gelegten Taten eingeräumt und mit antisemitischen, rassistischen Verschwörungstheorien begründet. Das Verfahren läuft vor dem Oberlandesgericht Naumburg, findet aus Platzgründen aber in Magdeburg statt.

    ls/mt/dpa

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