13:05 04 Dezember 2020
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    Im Streit um die mutmaßliche Vergiftung des russischen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny haben die russischen Behörden die endgültige Diagnose der heimischen Ärzte bekanntgegeben. Der Verdacht auf Vergiftung hat sich demnach nicht bestätigt.

    Nawalny war im August auf einem Inlandsflug in Sibirien zusammengebrochen. Nach Informationen deutscher Experten war der 44-Jährige vergiftet worden. Doch die russischen Ärzte sehen das nicht so. Im Krankenhaus Omsk, wo Nawalny zuerst behandelt wurde, wurde bei ihm schon wenige Tage nach der Einlieferung eine Stoffwechselstörung diagnostiziert.

    Am heutigen Freitag präzisierte die Sibirische Filiale der Transportpolizei unter Berufung auf die Ärzteschaft die Diagnose.  

    Laut einer Mitteilung der Behörde litt Nawalny „als Hauptdiagnose an einer Störung des Kohlenhydratstoffwechsels“. Als Begleitdiagnose sei die „Exazerbation der chronischen Pankreatitis mit gestörter exokriner und endokriner Drüsenfunktion“ hinzugekommen.

    „Diese endgültige Diagnose wurde von Ärzten unter Berücksichtigung der wiederholten chemischen und toxikologischen Studien festgestellt“, so die Transportpolizei. „Die Diagnose ‚Vergiftung‘ wurde im Zuge klinischer, anamnestischer und chemisch-toxikologischer Studien nicht bestätigt.“

    Nach wenigen Tagen im Omsker Krankenhaus war Nawalny auf Drängen seiner Familie in die Berliner Universitätsklinik Charité verlegt worden. In Deutschland sollen bei ihm Zeichen einer Vergiftung mit einem chemischen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe gefunden worden sein. Diese Schlussfolgerungen deutscher Sachverständiger seien von Labors in Schweden und Frankreich bestätigt worden.

    Laut dem Omsker Krankenhaus wurden in Nawalnys Blut und Urin kein Gift oder Spuren davon entdeckt, als vorläufige Diagnose wurde eine Stoffwechselstörung angegeben, die ein drastisches Absinken des Blutzuckerspiegels verursacht haben soll.

    leo/sna/ae

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    Tags:
    Labor, Bundeswehr, Charité Berlin, Polizei, Ärzte, Diagnose, Nowitschok, Vergiftung, Alexej Nawalny, Russland