21:20 23 November 2020
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    Aserbaidschan hat eingeräumt, den russischen Kampfhubschrauber des Typs Mi-24 zufällig abgeschossen zu haben. Dies teilte das Außenministerium in Baku am Montagabend mit.

    Zu dem Fehler kam es laut der Behörde deshalb, weil der russische Mi-24 in unmittelbarer Nähe zur armenisch-aserbaidschanischen Grenze geflogen sei, während in Bergkarabach die Kämpfe andauern würden.

    Kampfhubschrauber Mi-24 der russischen Streitkräfte in Armenien (Archivbild)
    © Sputnik / Asatur Jessajanz (ARCHIVFOTO)

    Zum Zeitpunkt des Abschusses sei es dunkel gewesen, der russische Militärhubschrauber sei zudem im Tiefflug geflogen und zwar außerhalb der Radarerkennungszone von Luftverteidigungssystemen. Darüber hinaus seien russische Hubschrauber in diesem Gebiet noch nie zuvor gesehen worden.

    „Die aserbaidschanische Seite bittet Russland angesichts dieses tragischen Vorfalls, der zufälliger Natur und nicht gegen Russland gerichtet war, um Entschuldigung“, heißt es in einer Erklärung des aserbaidschanischen Außenministeriums. Das Land spreche den Angehörigen der Opfer sein aufrichtiges Beileid aus.

    Baku erklärte sich außerdem zu einer Schadensersatzzahlung an Russland bereit. 

    Russischer Mi-24 über Armenien abgeschossen

    Ein Kampfhubschrauber des Typs Mi-24 der russischen Armee war am Montagnachmittag über Armenien mit einem schultergestützten Boden-Luft-Flugabwehrraketensystem abgeschossen worden. Dies teilte das russische Verteidigungsministerium am Montag mit. 

    Der Hubschrauber stürzte demnach in der Nähe der armenischen Ortschaft Jerasch an der Grenze zu der aserbaidschanischen Exklave Nachitschewan ab. Der Mi-24 eskortierte gerade eine Autokolonne der 102. russischen Militärbasis. Zwei Crewmitglieder kamen ums Leben, eines wurde mit Verletzungen mittleren Grades auf den russischen Luftstützpunkt gebracht.

    Der Kampfhubschrauber sei im armenischen Luftraum außerhalb der Konfliktzone abgeschossen worden, so der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Igor Konaschenkow. 

    Konflikt um Bergkarabach

    Der seit dem Zerfall der Sowjetunion schwelende Konflikt um Bergkarabach war am 27. September eskaliert. Zwischen Armenien und Aserbaidschan kam es zu schweren militärischen Auseinandersetzungen, es gibt Opfer unter Zivilisten. Die beiden Ex-Sowjetrepubliken machten sich gegenseitig für die Eskalation verantwortlich und ordneten die Mobilmachung an.

    Aserbaidschan hatte in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren die Kontrolle über das bergige Gebiet mit etwa 145 000 Bewohnern verloren. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe.

    Aserbaidschan wird vom Nato-Land Türkei unterstützt, Armenien ist wiederum Mitglied des von Russland geführten Militärbündnisses OVKS. In den letzten Wochen vereinbarten Armenien und Aserbaidschan unter internationaler Vermittlung dreimal eine Waffenruhe, die jedoch nie eingehalten wurde.

    ta/gs

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    Tags:
    Bergkarabach-Konflikt, Armenien, Aserbaidschan