06:04 03 Dezember 2020
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    „Schleich di, du Oaschloch“, soll ein Augenzeuge dem Attentäter in Wien zugerufen haben. Der Ausruf des unbekannten Mannes avancierte zur Parole des Tages in den sozialen Netzwerken. Nun gibt es ein Chrome-Plugin, das den Namen des Islamisten in Texten mit dem Ausdruck „Oaschloch“ ersetzt.

    Nach dem Anschlag in der Wiener Innenstadt am 4. November, bei dem ein islamistischer Terrorist vier Menschen getötet hatte, wurde der Ausruf eines Mannes, der dem Attentäter in einem der zahlreichen Montagnacht veröffentlichten Videos angeblich „Schleich di, du Oaschloch!“ nachruft, bekannt. Mittlerweile ist der Spruch längst zum Symbol geworden. Unter anderem wurde diese Aussage als typisch wienerisch gewürdigt. Doch möglicherweise handelt es sich dabei um so etwas wie Mythenbildung: Vielleicht ist dieser Ausspruch tatsächlich gefallen, bewiesen ist der Ruf „Arschloch“, der in einem Handyvideo zu hören ist. Dennoch: Er wurde zum Wiener Slogan gegen den Terror und ziert mittlerweile viele Profilbilder in den sozialen Netzwerken.

    In der Berichterstattung über den Vorfall nennen verschiedene Medien den Vornamen des Attentäters und kürzten den Nachnamen ab, so auch Sputnik.

    Das ist einerseits korrekte Praxis, andererseits warnen Experten immer wieder davor, dass die Nennung des Namens in einschlägigen Kreisen zur Legendenbildung und Verherrlichung des Täters beitragen könne.

    ​So wurde „Oaschloch“ auch zum Platzhalter für den Namen des Attentäters, der zwar inzwischen bekannt ist, aber von vielen Twitter-Usern und Medien bewusst nicht genannt wird. Das wird nun noch einfacher, denn der Twitter-User Onatcer hat eine bislang inoffizielle Erweiterung für Googles Browser Chrome entwickelt, die den Namen des mutmaßlichen Attentäters mit „Oaschloch“ ersetzt.

    ​Im Webauftritt der Tagesschau präsentiert sich der Text mithilfe des Plug-ins zum Beispiel als: „Sein Name wurde mit Oaschloch angegeben.“ Im „Kurier“ kann man über das „Terror-Netzwerk von Oaschloch“ lesen. Von derartigen Plug-Ins sollte es ruhig mehr geben.

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