11:22 02 Dezember 2020
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    Ein elfjähriger muslimischer Schüler hat einer Lehrerin am Dienstag in Berlin mit Gewalt und Enthauptung gedroht. Darüber berichtete der „Tagesspiegel“ (Mittwoch).

    Der Junge soll damit auf angekündigte Sanktionen bei einem Nicht-Erscheinen seiner Eltern zu üblichen Gesprächen in der Schule reagiert haben.

    „Wenn das passiert, weil meine Eltern nicht gekommen sind, dann mache ich mit dir das Gleiche wie der Junge mit dem Lehrer in Paris“, sagte der Schüler.

    Die Senatsschulverwaltung bestätigte den Vorfall in Berlin-Spandau und erklärte, dass die Schulaufsicht und das Jugendamt eingeschaltet worden seien. Mit dem Jungen würden Schulpsychologen sprechen, hieß es.

    Der Schüler bezog sich mit seiner Drohung auf den Mord an dem französischen Lehrer, der im Unterricht Mohammed-Karikaturen gezeigt hatte und am 16. Oktober von einem 18-Jährigen tschetschenischer Herkunft enthauptet wurde.

    Laut einem Sozialpädagogen in der Schule war der Elfjährige schon eine Woche zuvor aufgefallen. „Ich war dabei, als der Junge direkt nach der Schweigeminute für Samuel Paty erklärte, man dürfe jemanden töten, der den Propheten beleidigt habe, das sei in Ordnung“, zitierte der „Tagesspiegel“ den Sozialpädagogen. Zu dem Zeitpunkt erschien zufällig auch ein von der Schule eingeladenes „Meet2respect“-Team aus einem Imam und einem Rabbiner in der Nähe und sprach anschließend mit dem Jungen.

    Wie ein Sprecher der Schulverwaltung sagte, komme es immer wieder zu solchen Fällen von religiösen und extremistischen Problemen. Daher seien schon vor vielen Jahren zahlreiche Maßnahmen, Projekte und Fortbildungen für Schüler und Lehrer eingeleitet worden. Die gemeinsamen Besuche eines Imams und eines Rabbiners gehörten dazu.

    ls/mt/dpa

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    Tagesspiegel, Deutschland