20:09 24 November 2020
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    Die österreichische Datenschutzorganisation „NOYB“ (europäisches Zentrum für digitale Rechte) hat gegen ein Online-Tracking-Verfahren des Tech-Riesen Apple Beschwerde eingereicht. Demnach soll das Unternehmen gegen die europäische Datenschutz-Grundverordnung DSGVO verstoßen haben. Darüber berichtete Reuters.

    Bei dem Verfahren handle es sich um eine Funktion, die es Apple ermögliche, Nutzer ohne deren Zustimmung zu verfolgen und Informationen über ihr Onlineverhalten auszuwerten, teilte NOYB nach Angaben von Reuters mit. Die Informationen werden zur gezielten Schaltung von Werbung genutzt. Die Beschwerden sollen in Deutschland und Spanien eingelegt worden sein.

    „Wir sind der Meinung, dass dies ein klarer Verstoß gegen EU-Datenschutzgesetze ist“, sagte NOYB-Jurist Stefano Rossetti. Es wäre damit das erste große Verfahren gegen den US-Technologieriesen wegen Verstößen gegen die DSGVO.

    Laut Reuters wollte das Unternehmen ursprünglich seinen Nutzern im Rahmen seines neuen Betriebssystems iOS 14 einen verbesserten Trackingschutz anbieten und vorab ihre Zustimmung einholen, bevor die Daten an Werbende weitergegeben werden. Diese Änderung wurde jedoch nach heftiger Kritik auf 2021 verschoben.

    „Tracking muss die Ausnahme sein“

    Nach Ansicht von Rosseti verstößt das Online-Tracking auch nach den Änderungen gegen Datenschutz-Vorgaben. Die anfängliche Speicherung der Idfa-Informationen (Funktion von Apple iOS zum Tracking von Nutzern) und deren Verwendung erfolgten weiterhin ohne Zustimmung, begründete er.

    „Tracking muss die Ausnahme sein, nicht die Regel. Die Idfa sollte nicht nur eingeschränkt, sondern dauerhaft gelöscht werden“, betonte der Jurist.

    Beim Thema Datenschutz und dem Umgang mit persönlichen Informationen standen bisher eher US-Konzerne wie Google oder Facebook in der Kritik. Apple betonte in dem Zusammenhang stets, dass Datenschutz zu den „Kernwerten“ des Unternehmens gehöre.

    Nach einer Klage von Max Schrems – einer der Gründer von NOYB – kippte der Europäische Gerichtshof (EuGH) in diesem Jahr die von der EU und den USA 2016 geschlossene Datenschutzvereinbarung „Privacy Shield“. Letztere ermöglichte zuvor die Übermittlung von personenbezogenen Daten in die USA, wo sie für kommerzielle Zwecke genutzt wurden. 

    mka/rtr/gs

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    Tags:
    EU-Datenschutzgrundverordnung, Apple