09:47 04 Dezember 2020
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    Mit dem US-Pharmakonzern Moderna hat ein weiterer Hersteller vielversprechende Daten für seinen Corona-Impfstoff vorgelegt. Wie aus einer Mitteilung der Firma hervorgeht, soll der Impfstoff eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent haben. Eine Woche zuvor hatte das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech ebenfalls von einem Erfolg seines Impfstoffs berichtet.

    Zudem wurde bekannt, dass die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema ein sogenanntes Rolling-Review-Verfahren zum Moderna-Impfstoff beginnt, das eine vergleichsweise rasche Zulassung zum Ziel hat. Die EU-Kommission verhandelt derzeit nach eigenen Angaben mit dem US-Konzern über die Lieferung von bis zu 160 Millionen Impfdosen. Ein Vertrag ist aber noch nicht geschlossen.

    Moderna will in den kommenden Wochen auch eine Notfallzulassung bei der US-Arzneimittelagentur FDA beantragen. Auch Anträge bei Zulassungsbehörden anderer Länder seien geplant. Nach eigenen Angaben will der Pharmakonzern bis Ende des Jahres bereit sein, im Falle einer Zulassung rund 20 Millionen Impf-Dosen in die USA zu liefern. Im kommenden Jahr sollen bis zu eine Milliarde Dosen hergestellt werden.

    Das Moderna-Präparat ist ein sogenannter RNA-Impfstoff. Er enthält genetische Informationen des Erregers, aus denen der Körper ein Viruseiweiß herstellt. Ziel der Impfung ist es, den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein anzuregen, um die Viren abzufangen, bevor sie in die Zellen eindringen und sich vermehren können.

    Ergebnisse der klinischen Studie

    Corona-Impfstoff (Symbolbild)
    © REUTERS / Illustration / Dado Ruvic (SYMBOLFOTO)
    Die Phase-III-Studie zum RNA-Impfstoff mRNA-1273 von Moderna umfasst insgesamt 30.000 Probanden. Die Hälfte davon hat den Impfstoff erhalten, die andere Hälfte fungiert als Kontrollgruppe und bekommt ein Placebo-Mittel. Insgesamt erkrankten bislang 95 Studienteilnehmer an der Krankheit Covid-19. Davon entfielen nur fünf Fälle auf die tatsächlich geimpften Probanden, 90 Fälle wurden in der Kontrollgruppe diagnostiziert.

    Daraus errechnet sich eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent. Dabei geht es darum, inwieweit der Impfstoff die Krankheit verhindern kann. Daten, zu welchem Grad mRNA-1273 eine Ansteckung verhindert, gibt es bislang nicht. Für den vollen Impfschutz sind zwei Dosen in zeitlichem Abstand notwendig.

    Zwar haben schon Länder wie Russland, China und kürzlich erst Bahrain Impfstoffe mit Einschränkungen freigegeben und impfen damit bereits Teile der Bevölkerung. Aber wie gut diese Impfungen tatsächlich schützen und welche Nebenwirkungen sie haben können, ist derzeit weitgehend offen.

    Impfstoff aus Deutschland

    Vor einer Woche hatte bereits der Mainzer Hersteller Biontech zusammen mit dem US-Konzern Pfizer bekannt gegeben, dass ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 bieten soll. Gesammelt wurden die Daten von einem externen, unabhängigen Data Monitoring Committee (DMC) im Rahmen der laufenden Phase-3-Studie, an der bislang insgesamt 43.538 Probanden in verschiedenen Ländern teilnahmen. Die eine Hälfte bekam den mRNA-Impfstoff, die andere Hälfte erhielt ein Placebo.

    Für die dritte Novemberwoche sei bereits das Einreichen eines Antrags zur Notfallzulassung (Emergency Use Authorization - EUA) bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) geplant. Nach Angaben der Hersteller könnte das Serum bereits Anfang nächsten Jahres zur Verfügung stehen.

    Impfstoffe aus Russland  

    Das russische Gesundheitsministerium hatte Anfang August den weltweit ersten Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus registriert, der den Namen „Sputnik V“ erhielt. Er wurde vom Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie mit Unterstützung des russischen Direktinvestitionsfonds (RDIF) entwickelt. Laut den Herstellern liegt die Wirksamkeit des Vakzins bei 92 Prozent.

    Die klinischen Tests des Serums gegen Sars-CoV-2 hatten am 7. September in Moskau begonnen. Zwei Tage danach wurden die ersten Probanden geimpft. Insgesamt 40.000 Probanden nahmen an der Erprobung teil. 10.000 von ihnen sollen ein Placebo erhalten haben. Der Impfstoff besteht aus zwei Komponenten, die in dreiwöchigem Abstand verabreicht werden.

    Nach Angaben von RDIF haben inzwischen mehr als 50 Länder die Beschaffung von über 1,2 Milliarden Dosen Impfstoff  beantragt. Das Serum soll auch in Indien, Brasilien, China und anderen Ländern hergestellt werden.

    Im Oktober wurde die Registrierung eines weiteren Impfstoffs – „EpiVacCorona“ – abgeschlossen, der vom staatlichen Forschungszentrum für Virologie und Biotechnologie „Vektor“ entwickelt wurde. Die Massenimpfung damit ist nach Angaben des Zentrums für das Jahr 2021 geplant.

    mka/dpa/sna/gs

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    Tags:
    USA, Corona-Impfstoff