15:50 25 November 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    72313
    Abonnieren

    Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, begrüßt den Wettbewerb bei der Impfstoffentwicklung. Dazu äußerte er sich am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“.

    „Wettkampf ist immer gut, weil Kompetition (Wettbewerb) bewirkt, dass alle ihre Höchstleistung bringen“, sagte Cichutek.

    Bei dem großen Bedarf an Impfstoffen weltweit brauche man mehrere Impfstoffentwickler. Es gebe außerdem eine Reihe von Variablen, die es sinnvoll erscheinen lassen, mehrere Impfstoffe zu entwickeln. Dazu gehörten etwa die Lager- und Transportfähigkeit der Stoffe.

    Bisher seien keine Gefahren, etwa ein höheres Risiko für Autoimmunerkrankungen, durch das hohe Entwicklungstempo sichtbar. Alle Daten hinsichtlich der Sicherheit der Impfstoffprodukte in den klinischen Prüfungen „lassen nicht darauf schließen, dass solche Risiken tatsächlich vorhanden sind“. Man könne auch sicher ausschließen, dass die RNA-Impfstoffe das Erbgut von Menschen in irgendeiner Form verändern werden:

    „Dazu gibt es klare Datenlagen.“

    Impfstoffe

    Der US-Pharmakonzern Moderna hatte am Montag mitgeteilt, dass der von ihm entwickelte RNA-Impfstoff eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent habe. Am Montag zuvor hatten das Mainzer Unternehmen BioNTech und der Pharmakonzern Pfizer ähnliche Zwischenergebnisse aus der entscheidenden Studienphase für ihren Impfstoff-Kandidaten vorgelegt. Die Unternehmen gaben bekannt, dass ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 bieten soll. Gesammelt wurden die Daten von einem externen, unabhängigen Data Monitoring Committee (DMC) im Rahmen der laufenden Phase-3-Studie, an der bislang insgesamt 43.538 Probanden in verschiedenen Ländern teilnahmen. Die eine Hälfte bekam den mRNA-Impfstoff, die andere Hälfte erhielt ein Placebo.

    Das russische Gesundheitsministerium hatte Anfang August den weltweit ersten Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus registriert, der den Namen „Sputnik V“ erhielt. Er wurde vom Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie mit Unterstützung des russischen Direktinvestitionsfonds (RDIF) entwickelt. Laut den Herstellern liegt die Wirksamkeit des Vakzins bei 92 Prozent.

    Im Oktober wurde die Registrierung eines weiteren Impfstoffs – „EpiVacCorona“ – abgeschlossen, der vom staatlichen Forschungszentrum für Virologie und Biotechnologie „Vektor“ entwickelt wurde. Die Massenimpfung damit ist nach Angaben des Zentrums für das Jahr 2021 geplant.

    ak/dpa/sna/sb

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    „Ihr verdammten Kinder- und alte Menschen-Mörder“: Auto fährt in Tor des Bundeskanzleramts
    Medizinprofessor kritisiert Corona-Politik: „Die Zahlen des RKI sind das Papier nicht wert“
    Auch Verteidigungsamt betroffen: Trumps Regierung bereitet umfassende Sanktionen gegen Russland vor
    Tags:
    Entwicklung, Impfstoff, Wettkampf, Deutschland