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    Lawrow: Abgrenzung der Seeräume zu den Nachbarländern hat für Russland Priorität

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    MOSKAU, 25. Mai /RIA Nowosti/. Die Abgrenzung der Seeräume mit den Nachbarländern bezeichnete der Außenminister Russlands, Sergej Lawrow, als eine der Prioritäten der außenpolitischen Tätigkeit des Staates.

    In einem Beitrag in der Zeitschrift „Außenwirtschaftsbeziehungen" hob der Minister hervor, dass der Abschluss dieses Prozesses es „ermöglichen wird, die räumlichen Grenzen der Souveränität, der Jurisdiktion und der souveränen Rechte unseres Landes entlang seiner Seeküste zu bestimmen".

    Als Ergebnis „wird in diesen Gebieten eine klare Rechtsordnung hergestellt, die es ermöglicht, die Sicherheit und die Wirtschaftsinteressen Russlands, seiner Bürger und juristischen Personen zu gewährleisten", betonte Lawrow.

    Der Minister teilte mit, dass schon seit einigen Jahrzehnten die Verhandlungen mit Norwegen über die Abgrenzung in der Barentssee geführt werden. Ihr Gegenstand ist ein Seeraum mit einer Fläche von etwa 175 000 Quadratkilometern, reich an mineralischen Ressourcen und Fisch.

    Wie er sagte, werde ein Abkommen mit den USA aus dem Jahre 1990 über die Abgrenzungslinie der Seeräume im Beringmeer bislang lediglich auf zeitweiliger Grundlage angewendet.

    „Die Frage seiner Ratifizierung durch unser Land hängt von einem erfolgreichen Abschluss der russisch-amerikanischen Verhandlungen zu einem neuen Abkommen über den Fischfang in diesem Raum ab", sagte der russische Außenminister.

    „Die Abgrenzung der Seeräume mit Japan wird nach der vertraglichen Fixierung der Grenzlinie zwischen unseren Ländern möglich sein", unterstrich Lawrow.

    Es stehe bevor, die Verhandlungen mit der Ukraine bezüglich der Seeräume des Schwarzen Meeres und des Asowschen Meeres sowie der Straße von Kertsch abzuschließen.

    Nach Meinung des Ministers wurden die notwendigen Voraussetzungen für die Verhandlungen in dieser Richtung im Ergebnis des Abschlusses eines Vertrages über die russisch-ukrainische Staatsgrenze im Jahre 2003 und eines Vertrages über die Zusammenarbeit im Asowschen Meer und der Straße von Kertsch aus dem Jahre 2003 geschaffen. Darin wird bekräftigt, dass das Asowsche Meer und die Straße von Kertsch Binnengewässer beider Staaten sind.

    Lawrow stellte fest, dass die „Verhandlungen zur Abgrenzung der Schwarzmeerräume mit Georgien im Grunde noch nicht aufgenommen wurden".

    Er hob hervor, dass die „Delimitation der Seeräume mit Estland nach der Unterzeichnung und dem Inkrafttreten eines Vertrages über die Abgrenzung des Kontinentalschelfs und der Wirtschaftszonen juristisch abgeschlossen wird".

    „Und schließlich, obwohl es juristisch im gegebenen Fall nicht um ein Meer geht, steht auf der Tagesordnung die Bestimmung eines neuen Rechtsstatus des Kaspisees", heißt es im Beitrag.

    „Obwohl wir formal über die Abgrenzung mit den anliegenden Staaten sprechen, besteht unser Ziel in Wirklichkeit nicht in der Aufteilung, sondern in der Schaffung von deutlichen rechtlichen Bedingungen für die gegenseitig vorteilhafte Zusammenarbeit mit den nächsten Nachbarn", sagte der russische Außenminister.