01:18 23 Januar 2017
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    Kirgisien ermittelt mögliche Beteiligung usbekischer Flüchtlinge an den Ereignissen in Andischan

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    MOSKAU, 26. Mai (RIA Nowosti). In Kirgisien wird jetzt ermittelt, ob Flüchtlinge aus Usbekistan möglicherweise in die Ereignisse in Andischan verwickelt sind. Das teilte der Botschafter Kirgisiens in Russland, Alas Dschumagulow, auf einer Pressekonferenz am Donnerstag mit.

    „Wir prüfen die Personalien, das heißt Angaben darüber, wer woher stammt und aus welchem Grund er in Kirgisien eingetroffen ist und ob sich unter den Eingewanderten Personen befinden, die an den Ereignissen in Andischan beteiligt waren", sagte Dschumagulow.

    Dem Diplomaten zufolge hat die kirgisische Seite keine Fälle der Beschlagnahme von Schusswaffen bei den Flüchtlingen aus Usbekistan registriert.

    Der Botschafter teilte ferner mit, dass sich 549 Flüchtlinge zurzeit auf kirgisischem Territorium, vor allem im Gebiet Dschalal-Abad, aufhalten. Für die Flüchtlinge seien alle Bedingungen geschaffen worden: Es wurden Zeltlager eingerichtet und Verpflegung organisiert, Fahrzeuge der Notärzte sind ständig im Dienst.

    Auf die Situation in Usbekistan eingehend, bemerkte der Diplomat, dass dies eine innere Angelegenheit der Republik sei. „Sie werden schon selbst damit klarkommen. Es ist schwer, etwas dazu zu sagen - und wäre auch unmoralisch", sagte Dschumagulow.

    Am 13. Mai wurden in Andischan, der viertgrößten usbekischen Stadt, das Gefängnis und mehrere Regierungsgebäude gewaltsam besetzt. Die Rechtsschutzorgane Usbekistans erstürmten das Haus der Stadtverwaltung und befreiten es. Die Unruhen forderten Tote und Verletzte.

    Nach offiziellen Angaben wurden 169 Menschen getötet. Journalisten und Bürgerrechtler sprechen von Hunderten von Todesopfern.