17:58 20 Oktober 2017
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    Russischer Experte: Usbekistan distanziert sich von den USA

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    MOSKAU, 26. Mai /RIA Nowosti/. Usbekistan gestaltet derzeit seine Außenpolitik um und distanziert sich dabei von den USA. Diese Meinung äußerte Konstantin Satulin, Direktor des russischen Instituts für die Länder der GUS.

    „Sie waren mit den Amerikanern befreundet, haben ihnen erlaubt, Stützpunkte auf ihrem Territorium einzurichten, Tür und Tor für das westliche Kapital geöffnet, sich aber davon überzeugt, dass dies nicht so sehr die Stabilität fördert, als vielmehr Risiken für das in Usbekistan bestehende Regime schafft", betonte Satulin.

    Der amerikanische Luftwaffenstützpunkt in der usbekischen Stadt Chanabad /im Süden des Landes, nahe der Grenze zu Afghanistan/ diene dem Pentagon als Sprungbrett, von dem aus Mannschaften und Kampftechnik bei Notwendigkeit an jeden Punkt Zentralasiens verlegt werden können.

    Als bedeutsame Ereignisse bezeichnete der Experte die kürzlichen Ereignisse in Andischan, den Austritt Usbekistans aus der GUUAM und die jetzige China-Reise von Präsident Islam Karimow.

    Am 13. Mai wurde in Andischan, der viertgrößten Stadt Usbekistans, ein bewaffneter Überfall auf das Gefängnis und eine Reihe von Regierungsgebäuden verübt. Die Rechtsschutzorgane Usbekistans führten eine Gewaltaktion durch. Laut offiziellen Angaben kamen dabei 170 Menschen ums Leben, Journalisten und Menschenrechtler berichteten aber von Hunderten Toten.

    Am 5. Mai hat Usbekistan den Austritt aus der Organisation GUUAM - Georgien, Ukraine, Usbekistan, Aserbaidschan und Moldawien - erklärt. Der Block wurde 1997 gegründet und wird von Experten als antirussisch bewertet.

    Auf die Ereignisse in Andischan eingehend, betonte der russische Experte, dass Russland besser als jemand anderer die Natur der Ereignisse, die sich in Zentralasien abspielen, einschätzen könne.

    „Zu glauben, dass in Usbekistan morgen das amerikanische oder das britische Demokratiemodell aufgebaut werden könne, bedeutet entweder Naivität oder auch Provokation", sagte der Experte.

    Satulin verwies darauf, dass Russland faktisch die harten Maßnahmen des Präsidenten Usbekistans, die auf die Erhaltung der Stabilität gerichtet waren, unterstützt hat, und betonte: „Russland sieht in dieser Situation die Notwendigkeit, die Stabilität im Lande, das Mitglied der GUS ist, zu erhalten."

    Es wäre naiv zu glauben, dass „mit der Errichtung eines demokratischen Regimes gerechnet werden könnte, wenn Karimow sich ebenso wie Akajew verhalten hätte", sagte der Experte.

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