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    Ergebnisse des europäischen Transportforums in Moskau

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    MOSKAU, 26. Mai (Wassili Subkow, Wirtschaftskommentator der RIA Nowosti). Die 89. Tagung der Europäischen Konferenz der Transportminister (ECMT) wurde am Vortag in der russischen Hauptstadt abgeschlossen. Zum ersten Mal in den 52 Jahren ihres Bestehens führte diese solide internationale Organisation Sitzungen in Russland durch, das seit 1997 vollberechtigtes Mitglied ist.

    Mehr als 30 Minister und Staatssekretäre aus europäischen Ländern, Delegationen aus Kanada, den USA, Mexiko, Korea, Japan, den GUS-Ländern und aus Afrika sowie einer Reihe von internationalen Organisationen besprachen Probleme der Globalisierung im Transportbereich.

    Die europäische Transportelite, die in Moskau zusammentrat, wurde durch Präsident Wladimir Putin beglückwünscht, der in seiner Botschaft sagte, dass die „Schaffung einer einheitlichen Transportinfrastruktur für Russland von besonderem Interesse ist, denn es besitzt ein enormes Transitpotential und ist ein zentrales Glied der Integration". Deshalb liege die Optimierung des russischen Transportsystems im Interesse der gesamten europäischen Gemeinschaft.

    In Russland wird den Transportkorridoren eine große Bedeutung beigemessen. Drei davon (Nr. 1, 2 und 9) verlaufen durch das russische Territorium. Gegen 2020 wird hier die Fahrgeschwindigkeit nach Expertenschätzungen um 30 Prozent zunehmen und der Transportumfang 70 Millionen Tonnen im Jahr betragen. Staat und Unternehmen werden aus dem Gütertransit zusätzliche Milliarden Dollar an Gewinnen bekommen.

    Schon heute macht das Wachstumstempo der Transitgüterbeförderungsleistung in Russland 10 Prozent im Jahr aus. Es wird ein elektronischer Dokumentendurchlauf eingeführt, werden Kontrollmechanismen perfektioniert, Fragen der Unversehrtheit der Güter gelöst und neue Grenzübergänge eingerichtet. All das ermöglichte es insgesamt, die Transitgüter schneller abzufertigen. Die Standzeit der Wagen wurde von einigen Tagen auf einige Stunden reduziert.

    Der Vorsitzende der russischen Regierung, Michail Fradkow, erklärte bei der Eröffnung der Tagung, dass die russischen Behörden der Entwicklung internationaler Transportkorridore und den paneuropäisch-asiatischen Beziehungen besondere Aufmerksamkeit widmen.

    „In diesem Zusammenhang ist das Projekt zum Bau eines transkontinentalen Transportkorridors vom Pazifik bis zur Atlantikküste sehr aktuell. Seine Umsetzung wird vereinte Anstrengungen nicht nur der europäischen Länder und der Regierungseinrichtungen, sondern auch umfassende Privatinvestitionen fordern", betonte Fradkow. In Russland wird bereits ein aktiver Dialog über die privatstaatliche Zusammenarbeit im Transportbereich geführt. Moskau plant, dass bis zu 15 Milliarden US-Dollar in den nächsten sechs Jahren in das Programm zur Modernisierung der internationalen Transportkorridore und im Ganzen in die nationale Transportstruktur investiert werden.

    Als Reserve hat Russland auch einen anderen, den kürzesten Weg nach Europa: den nördlichen Seeweg durch die Arktis. Vor dem Zerfall der UdSSR erfolgte die Schifffahrt dort mit Hilfe von leistungsstarken Atomeisbrechern praktisch ganzjährig. Nach Maßgabe der Wiederherstellung der Eisbrecherflotte wird dieses Projekt für den internationalen Handel immer interessanter.

    Eine lebhafte Diskussion auf der Tagung der Transportminister ergab sich auch im Zusammenhang mit der Erörterung von Fragen der Herausbildung einer einheitlichen internationalen Politik auf dem Gebiet der Gütertransporte auf dem Kontinent. Das Schicksal des eurasischen intermodalen Transports bewegt sehr viele in der Alten Welt. Und Russland ist eine Brücke, die Europa und Asien verbindet. Deshalb schätzten die Tagungsteilnehmer die im vorigen Jahr begonnene Reform des Eisenbahntransports in Russland derart hoch ein. Die allgemeine Meinung der Minister ist: „Die Eisenbahnreform verläuft in die richtige Richtung und in beeindruckendem Tempo."

    Auf der abschließenden Pressekonferenz antwortete der Transportminister Russlands, Igor Lewitin, auf die Frage der RIA Nowosti nach dem Abschluss des Baus der Zweigbahn bis zum Hafen Olja am Kaspisee, dass mit ihrer Inbetriebnahme die Schaffung der internationalen Transportkorridore Nr. 1 und „Nord-Süd" faktisch zu Ende geht.

    Nunmehr haben Containergüter aus Ländern Mittel- und Nordeuropas dank dem Seeterminal in Olja über den Kaspisee den Zugang nach Iran und Indien erhalten. Dabei sparen die Absender der Güter dadurch wesentlich mehr Zeit und Mittel ein als beim Versand dieser Güter über den Suez-Kanal.

    In diesem Zusammenhang erinnerte Minister Lewitin auch an Vereinbarungen zwischen Russland, Aserbaidschan und Iran über die Aufnahme des Baus eines 300 km langen Streckenabschnitts und die Rekonstruktion der gesamten anderen Streckenwirtschaft Irans mit dem Anschluss an die iranisch-aserbaidschanische Grenze und ferner an die Russischen Eisenbahnen.

    Der ECMT-Generalsekretär, Jack Short, und viele Delegierte schätzten die Arbeit der Moskauer Tagung dieser Organisation hoch ein. Es wurde der Gedanke laut, die ständigen ECMT-Tagungen zu einem Transportforum zu machen, auf dem Vertreter der Behörden der europäischen Länder mit Wissenschaftlern und Geschäftsleuten einen Dialog über die Entwicklungswege der transkontinentalen Transportinfrastruktur führen könnten.

    Heute führt Russland in der ECMT den Vorsitz, im kommenden Jahr wird es Irland sein. Der Vertreter Irlands im ständigen ECMT-Komitee, Patrick Manggan, betonte, dass die Erfahrungen Russlands bei der Organisation einer derart repräsentativen Maßnahme wie die ECMT-Tagung seinem Land zweifellos nützlich sein werden.

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