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    Islamabad übergab der IAEA Teile von Zentrifugen zur Uranproduktion

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    ISLAMABAD, 27. Mai (RIA Nowosti). Durch die Übergabe von Teilen der gebrauchten Zentrifugen für die Uranproduktion an die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) werde der nationalen Sicherheit Pakistans kein Schaden zugefügt. Das erklärte der offizielle Sprecher des Außenministeriums des Landes Gilani, den die pakistanische Presse am Freitag zitierte.

    „Pakistan hat lediglich Teile der genutzten alten Zentrifugen versandt. Diese Teile haben pakistanische Spezialisten, die auch an der Untersuchung teilnehmen werden, der IAEA übergeben", teilte Gilani mit.

    Nach der Untersuchung werden alle Ausrüstungselemente an Pakistan zurückgegeben.

    „Islamabad arbeitet mit der IAEA auf freiwilliger Grundlage zusammen, weil Pakistan die Ziele und Aufgaben des Vertrages über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen teilt", sagte der Vertreter des pakistanischen Außenministeriums.

    Damit wird erstmals von Pakistan die Übergabe von Zentrifugen an die IAEA offiziell anerkannt.

    Am Vortage teilten westliche Nachrichtenagenturen unter Hinweis auf eine anonyme hochrangige Quelle in Pakistan mit, dass Islamabad der IAEA Zentrifugen zur Untersuchung übergab, die pakistanische Spezialisten im nationalen Nuklearprogramm genutzt hatten. Später wurde diese Information auch von der IAEA bekräftigt.

    Es geht um Zentrifugen für die Produktion von Uran, das bei der Entwicklung von Kernwaffen genutzt werden kann. Die IAEA wandte sich an Pakistan mit einer Bitte, diese zu untersuchen, nachdem Islamabad im April zugegeben hatte, dass der bekannte pakistanische Atomphysiker, Doktor Abdul Qadeer Khan, solche Zentrifugen an Iran übergeben sowie die Beratungshilfe für das Iran-Nuklearprogramm erwiesen hatte.

    Internationale Experten wollen nun diese Zentrifugen und die daran haften gebliebenen Uranteilchen untersuchen, um zu verstehen, wie weit das Iran-Nuklearprogramm mit Hilfe des pakistanischen Wissenschaftlers vorankommen konnte.

    Indessen verurteilten die pakistanischen Islamisten außerordentlich scharf die Handlungen des offiziellen Islamabad.

    „Das ist ein bedauerlicher und gefährlicher Schritt. Die Regierung gefährdete dadurch die Souveränität des Landes und die Sicherheit des nationalen Nuklearprogramms. Jeder Patriot Pakistans verurteilt solche Handlungen der Regierung", erklärte der Parlamentarier Ahman Khurshid, einer der Spitzenvertreter der Allianz von sechs führenden religiösen Parteien Pakistans „Muttahida Majlis-e-Amal (MMA), vor Journalisten.

    Er teilte mit, dass die Islamisten die Absicht haben, im Parlament des Landes die Frage aufzuwerfen, inwieweit die Übergabe der Teile der pakistanischen Kernzentrifugen an die IAEA gesetzlich ist.

    „Wir haben die Absicht, zu erwirken, dass die Regierung künftig keine fremde Einmischung in Fragen zulässt, welche die nationale Sicherheit des Landes betreffen", erklärte er.