13:51 16 Januar 2017
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    Im Prozess gegen Chodorkowski Pause bis zum 30. Mai eingelegt

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    MOSKAU, 27. Mai /RIA Nowosti/. Im Meschtschanski Gericht von Moskau wurde im Prozess gegen den Ex-Chef von Yukos, Michail Chodorkowski, den Chef von MFO Menatep, Platon Lebedew, und den Ex-Generaldirektor der AG Wolna, Andrej Krainow, eine Pause bis zum Montag, den 30. Mai, eingelegt, meldet der RIA-Nowosti-Korrespondent aus dem Gerichtssaal.

    Wie der kanadische Rechtsanwalt Robert Amsterdam im Gespräch mit Journalisten mitteilte, wäre den Worten der Verteidigung nach elf Prozessmonaten kein Gehör geschenkt worden. „Diese Männer /Chodorkowski und Lebedew/ werden noch ein Wochenende im ‚Zwinger' verbringen müssen"‚ sagte Amsterdam.

    Der Verteidiger verwies auch noch darauf, dass das Urteil, das verlautbart wird, jeglicher Logik entbehre, und fügte hinzu, dass es keinen Grund gegeben hätte, eine Pause bis zum Montag einzulegen.

    Wie der RIA-Nowosti-Korrespondent meldet, steht noch die Qualifizierung der Handlungen von Andrej Krainow durch das Gericht aus. Krainow wird der betrügerischen Aneignung von Geld beschuldigt.

    Nach der Verlautbarung der Urteilsbegründung wird die Verkündung der Strafen erwartet. Das Gericht hielt die Schuld in allen Punkten, ausgenommen der zur AG Apatit, für bewiesen.

    Die Generalstaatsanwaltschaft hatte das Gericht früher ersucht, Chodorkowski und Lebedew in diesem Punkt schuldig zu sprechen, aber ihnen die Strafe wegen des Ablaufs der Verjährungsfrist zu erlassen.

    Nach der Version der Anklage hätte Chodorkowski im Bestand einer organisierten Personengruppe über die von ihm kontrollierten Firmen ungesetztlich ein zwanzigprozentiges Aktienpaket von „Apatit" in Besitz genommen. Zugleich hätte nach Ansicht der Generalstaatsanwaltschaft die geschlossene AG Wolna ungesetzlich den Investitionswettbewerb für den Aktienkauf gewonnen. Dabei nahmen am Wettbewerb außer der AG Wolna noch drei unter der Kontrolle von Chodorkowski und Lebedew stehende Unternehmen /Intermedinvest, Malachit und Flora/ teil, die, wie die staatliche Anklage behauptet, beim Investitionswettbewerb unvorstellbare Summen geboten hätten, später aber auf die Teilnahme verzichteten.

    Die Verteidigung von Chodorkowski und Lebedew erklärt im Voraus, dass sie gegen das Urteil des Meschtschanski Gerichts von Moskau Berufung einlegen werde.

    „Für mich ist es offensichtlich, dass wir im Moskauer Stadtgericht Berufung gegen das Urteil des Meschtschanski Gerichts einlegen werden", sagte die Rechtsanwältin Jelena Lipzer, die die Interessen von Lebedew vertritt, im Gespräch mit Journalisten.

    „Wir kennen einstweilen noch nicht die genauen Formulierungen der zukünftigen Begründungen, die in der Berufung angeführt werden sollen. Sie werden erst nach der Beendigung der Urteilsverkündung bekannt", fügte sie hinzu.

    Lipzer bezeichnete das Urteil, das vom Meschtschanski Gericht verlautbart wird, als eine „Farce".

    „Wir sehen in dem Urteil erneut überhaupt keine Position der Verteidigung. Wozu hat man überhaupt das Urteil verfasst, wenn man sich auf die Anklageschrift hätte beschränken können", sagte die Rechtsanwältin.

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