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    Experte: Moskau und Tokio - Chancen für einen Durchbruch

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    MOSKAU, 30. Mai /RIA Nowosti/. Russland und Japan müssen sich unter einem neuen Blickwinkel betrachten. Eine solche Meinung äußerte der stellvertretende Direktor des Instituts für den Fernen Osten der Russischen Akademie der Wissenschaften (RAdW) Wassili Michejew, Korrespondierendes Mitglied der RAdW, in einem RIA-Nowosti-Interview.

    "Russland und Japan sollten einander als gegenseitige Entwicklungsressource ansehen. Wenn Moskau und Tokio ihren Blickwinkel aufeinander ändern, dann gibt es unter den heutigen Bedingungen eine Möglichkeit für einen Durchbruch in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern", sagte Michejew.

    Er erläuterte, dass japanische Investitionen für Russland eine starke Ressource der Entwicklung des Fernen Ostens und Ostsibiriens werden können.

    Andererseits ist Japan an neuen Energieträgerquellen interessiert, und Russland könnte zu ihrer Diversifikation beitragen.

    Michejew zufolge strebe Japan auch auf politischem Gebiet danach, in der internationalen Arena einen neuen Platz einzunehmen und bei der Lösung globaler politischer Fragen und bei Fragen der Sicherheit eine wichtigere Rolle zu spielen.

    "Japan hat heute ein durchaus konkretes Interesse: Das sind der Platz eines ständigen Mitglieds des UNO-Sicherheitsrates und die Erweiterung des Einsatzbereiches der Streitkräfte Japans. Diese beiden Bestrebungen werden in der Welt nicht eindeutig verstanden, und hier könnte die Unterstützung durch Russland als ständiges Mitglied des UNO-Sicherheitsrates eine wichtige Rolle spielen", präzisierte Wassili Michejew.

    Nach Meinung des russischen Michejews gebe es eine Möglichkeit für einen Austausch: Russland kann die Absicht Japans unterstützten, ein ständiges Mitglied der UNO-Sicherheitsrates zu werden, und Verständnis für die Erweiterung des Einsatzes seiner Streitkräfte aufbringen. Japan könnte seinerseits eine Kompromissvariante zur Beilegung des territorialen Problems annehmen - zwei statt der vier Kurileninseln - und einen Friedensvertrag mit Russland unterzeichnen.

    Der Experte ist der Meinung, dass sich der zwischen Russland und Japan bestehende Streit nicht lösen lasse, wenn man nur mit historischen Fakten argumentiert.

    "Dieses Problem kann man lösen, wenn man sich nur auf den politischen Willen der Staatschefs stützt", sagte Michejew.

    Seiner Meinung nach sei heute eine besonders passende Zeit dafür, eine Entscheidung über die Kurilen zu treffen, sie zu erfüllen sowie einen Friedensvertrag zu unterzeichnen.

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