14:14 24 Januar 2017
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    "Gaseta": Russlands Staatshaushalt könnte 30 Milliarden Dollar von Yukos bekommen

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    MOSKAU, 30. Mai (RIA Nowosti). Der Gesamtwert der Forderungen an Yukos beläuft sich auf 30 Milliarden Dollar, von denen die Ölfirma 14 Milliarden beglichen hat. Das teilte Nikolai Winnitschenko, Oberster Gerichtsvollzieher Russlands, mit. Nach seinen Worten hat das Unternehmen noch rund zwei Milliarden Dollar zu zahlen, während weitere 14,2 Milliarden Dollar noch vom Gericht bestätigt werden müssen, berichtet die Tageszeitung "Gaseta" am Montag.

    Nach Ansicht von Dmitri Zaregorodzew, Analytiker der Gesellschaft Rye, Man & Gor Securities, könnte Yukos innerhalb von zwei bis drei Monaten mit den Restschulden fertig werden. Es würde genügen, die litauische Ölraffinerie Mazeikiu nafta (potentielle Käufer sind Lukoil und TNK-BP) und noch eine der Raffinerien zu verkaufen. Die übrigen Yukos-Aktiva würden kaum ausreichen, um alle Forderungen zu begleichen.

    Michail Sak, Analytiker der Investmentgesellschaft Veles Capital, ist pessimistischer. Sollten alle Yukos-Unternehmen vor dem Verkauf genauso bewertet werden, wie das mit Yuganskneftegas geschehen ist, so würde der Erlös kaum für die Begleichung aller Forderungen ausreichen, meint der Experte.

    Das Staatsunternehmen Rosneft erhielt Yuganskneftegas für 9,3 Millairden Dollar. Der Hauptgrund für diesen niedrigen Verkaufspreis waren die Steuerforderungen an das Unternehmen. Unmittelbar nach dem Kauf der Yukos-Tochter erklärte Rosneft, die Steuerschulden des Unternehmens betragen fünf Milliarden Dollar. Rosneft fordert nun diese Summe von Yukos und Aktionären dieser Firma. Außerdem liegen mehrere Yuganskneftegas-Klagen gegen die frühere Muttergesellschaft für insgesamt rund elf Milliarden Dollar dem Gericht vor. 2,2 Milliarden Dollar davon wurden bereits vom Gericht bestätigt.

    Aus Winnitschenkos Äußerung wird nicht klar, ob die Schulden gegenüber Yuganskneftegas in der Gesamtsumme der Forderungen mitberechnet sind. Sollte dies nicht der Fall sein, so könnten die Yukos-Schulden mehr als 30 Milliarden Dollar betragen (inklusive der bereits ausgezahlten Mittel würde diese Summe bereits bei 50 Milliarden Dollar liegen). Offensichtlich können alle Forderungen selbst nach dem Ausverkauf sämtlicher Aktiva nicht beglichen werden. Dann müssen die Beamten entscheiden, welche Schulden als vorrangig gelten. Wenn die Aufgabe darin besteht, alles, was Yukos noch besitzt, dem Staat, genauer gesagt, Rosneft zu unterstellen, dann wäre es einfacher, wenn Yukos alle Betriebe als Schuldentilgung an Rosneft übergäbe, meint das Blatt.

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