00:06 17 Oktober 2017
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    Luschkow: Russlands Energieexperten mangelt es an Professionalismus

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    MOSKAU, 30. Mai (RIA Nowosti). Das Geld, das die Bevölkerung und die Industrie heute für Strom zahlen, ist für eine normale Arbeit des Energiesystems Russlands absolut ausreichend. Bei den Energieexperten mangele es nicht an Finanzen, sondern am Professionalismus. Diese Meinung zu den Ursachen der jüngsten Energiekrise äußerte der Moskauer Oberbürgermeister Juri Luschkow in einem am Montag in der "Rossijskaja Gaseta" veröffentlichten Interview.

    "Sollte das Geld wieder für andere Zwecke verwendet werden - etwa für Politik oder für sonst etwas - dann muss man wieder auf etwas Böses gefasst sein", so Luschkow. Seinen Worten nach sei im Lande seinerzeit ein leistungsfähiges vertikal integriertes Energiesystem geschaffen worden, das über die zentralen und regionalen Schaltpunkte sachkundig gesteuert wurde.

    "Die Privatisierung vernichtet diese Einheit", meint der Moskauer Oberbürgermeister. "Deshalb muss man bei einer jeden Reorganisierung und jeden Rekonstruktion extrem vorsichtig sein, weil der Übergang von einer Eigentumsform zur anderen und auch zu anderen Verwaltungsprinzipien äußerst gefährlich ist." Bei Mosenergo (Tochtergesellschaft der Holding RAO EES Rossii) wurde diese Gefahr durch eine andere verschärft - das Fehlen eines qualifizierten Managements.

    Deshalb haben es Russlands Bürger heute mit einer Folge von zwei Problemen zu tun: eine nicht ausreichend durchdachten Reform und einer völlig untauglichen Verwaltung, betonte Luschkow. Er äußerte die Hoffnung, dass die Staats- und die Rechtsschutzorgane ihre Schlüsse daraus ziehen werden.

    Die Moskauer Stadtregierung hat indessen ihre Schlüsse bereits gezogen und will eine Entschädigungsklage beim Gericht einreichen. Zwar wird die Größe der Verluste erst nächste Woche bekannt sein, bereits jetzt steht aber fest, dass die von der Energiekrise verursachten Verluste groß und die Folgen überaus schwer sind.

    Wie Luschkow betonte, sei die Hauptstadt bereits teilweise gegen solche Krisen gefeit. Die Stadt erwarb acht Prozent der Mosenergo-Aktien und will die Moskauer Stromnetzgesellschaft kaufen. Dies ist gerade die Gesellschaft, die die Verteilung der Energieströme managt. "Wir werden uns bemühen, diese sachkundiger zu verwalten als das bisher geschah", erklärte Luschkow.