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    "Bisnes": weltgrößtes Panzerwerk soll privatisiert werden

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    MOSKAU, 30. Mai (RIA Nowosti). Der Gouverneur des Gebiets Swerdlowsk, Eduard Rossel, hat Pläne bekannt gegeben, 2006 den Betrieb Uralwagonsawod, den weltgrößten Panzerhersteller, zu privatisieren, berichtet die Wirtschaftszeitung "Bisnes" am Montag.

    In der ersten Privatisierungsetappe sollen 100 Prozent der Aktien des Betriebs dem Staat gehören, in der zweiten werden sie zum Kauf angeboten, während der Staat das Kontrollaktienpaket behalten wird.

    Wie Rossel weiter ausführte, soll auf der Basis des staatlichen Einzelunternehmens Uralwagonsawod (UWS) eine Waggonbauholding Ural gegründet werden, zu der die Unternehmen "Uraltransmasch", "Sawod Nummer 9" und "TschTS-Uraltrak" gehören werden.

    Die Idee der Privatisierung des größten Panzerfabrikanten wird von Analytikern begrüßt. "Die generelle Strategie des Staates in der Wirtschaftspolitik besteht im Verzicht auf die Einzelunternehmen als einer Eigentumsform, die dem Direktor zu viele Möglichkeiten und dem Staat zu geringen Einfluss gibt", meint Konstantin Makijenko, stellvertretender Direktor des Zentrums für Strategien- und Technologienanalyse.

    Für Panzer gibt es derzeit freilich keine Exportverträge. Nach den Worten des Experten sind größere Panzerlieferungen nach Algerien und Indien zwar theoretisch möglich, der reale Stand der Verhandlungen zu diesen Verträgen ist aber nicht bekannt.

    Die Perspektiven der UWS-Privatisierung werden von Experten äußerst vorsichtig eingeschätzt. Erstens steht UWS auf der Liste der strategisch wichtigen Unternehmen, stellt Gairat Salimow, Analytiker der Investmentgesellschaft Troika-Dialog, fest. Zweitens: im Falle einer Privatisierung würden viele Daten aus der Verteidigungsindustrie offen gelegt werden müssen. "UWS hat einen großen Umsatz, der sich auf mehr als eine Milliarde Dollar belaufen könnte", so Makijenko. "Außerdem ziehen russische Oligarchen Erdöl, Gas und Telekommunikation und nicht den Maschinenbau als Investitionsobjekte vor."

    Das Staatsunternehmen Uralwagonsawod stellt Panzer vom Typ T-72 und T-90C sowie davon abgeleitete spezielle Kampffahrzeuge her. Die Erzeugnisse werden vorwiegend auf den Binnenmarkt geliefert.

    Das Staatsunternehmen "Uraltransmasch" ist auf die Produktion von Selbstfahrlafetten und Minenlegepanzer spezialisiert.

    Das Staatsunternehmen "Sawod Nummer Neun" stellt Artilleriegeschütze her.

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