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    Außenministerium kann russischen Seeleuten auf ausländischen Schiffen nur eingeschränkt helfen

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    MOSKAU, 30. Mai (RIA Nowosti). Das Außenministerium Russlands hat nur eingeschränkte Möglichkeiten bei der Hilfeleistung für die russischen Seeleute, die auf Schiffen unter ausländischen Flaggen fahren.

    Das geht aus einem Schreiben des amtlichen Sprechers des Außenministeriums Russlands, Alexander Jakowenko, an die Redaktion der „Iswestija" im Zusammenhang mit dem von der Tageszeitung veröffentlichten Beitrag unter der Überschrift „Seekrankheit", der Problemen der russischen Seeleute bei der Arbeit im Ausland gilt.

    „Beim Problem der Gewährleistung des effektiven Schutzes der Interessen der russischen Bürger, die im Ausland als Mannschaftsmitglieder auf Seeschiffen eingesetzt sind - im internationalen Verkehr oder bei der Küstenschiffahrt -, handelt es sich mitunter um eine schwierige Aufgabe. Die Sache ist die, dass russische Bürger in vielen Fällen auf Schiffen arbeiten, die unter ausländischen, vor allem sogenannten ‚bequemen' Flaggen (so von Panama, Vanuatu und Liberien) fahren", sagte Jakowenko.

    „Vom völkerrechtlichen Standpunkt aus bedeutet das, dass die Jurisdiktion über ein Schiff und dessen Mannschaft vom Staat der betreffenden Flagge ausgeübt wird, und zwar im vollen Umfang auf hoher See und gemeinsam mit einem anderen Staat in dessen Hafen beziehungsweise Binnengewässern", erläutert der Außenamtssprecher.

    Rechtmäßige Mittel und Möglichkeiten zum Schutz der Interessen eines Schiffes, das in dem einen oder anderen Land aufgebracht wurde, haben die Behörden des Landes, unter dessen Flagge das Schiff fährt, sowie die Vertreter des Schiffsbesitzers, mit dem die Seeleute einen Arbeitsvertrag geschlossen haben.

    Laut dem Diplomaten wird das Problem auch dadurch kompliziert, dass die betreffende Schiffsbesitzer-Firma oft in einer Offshore-Zone registriert ist.

    „Beim Auftreten irgendwelcher Probleme mit dem Schiff kann sich dieses ‚Kontor' einfach auflösen, sich bankrott erklären. Außerdem geben solche Schiffsbesitzer ihre Schiffe oft mehrmals in Miete und Untermiete, woraufhin es äußerst schwierig ist, den wirklichen Schiffseigentümer zu finden", sagte Jakowenko.

    „Dabei besitzt das Außenministerium Russlands faktisch keine wirksamen Rechtsmittel zur Beeinflussung der Situation, außer der Gewährung konsularischer Hilfe an unsere Bürger", unterstreicht der Außenamtssprecher.

    Diese Hilfe besteht laut dem Diplomaten in der Notwendigkeit, sich zu vergewissern, dass das Verhalten der Behörden des Staates, auf dessen Territorium sich die betreffenden Seeleute aufhalten, keine Diskriminierung gegen sie im Vergleich zum Verhalten gegenüber den eigenen Bürgern bedeutet und dass die legitimen Rechte der Seeleute laut den Gesetzen dieses Staates nicht beeinträchtigt werden.

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