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    Probleme grenzüberschreitender Flüsse auf internationaler Konferenz in Tadschikistan

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    DUSCHANBE, 30. Mai /RIA Nowosti/. Das Hauptziel der internationalen Konferenz, die am Montag ihre Arbeit in der Hauptstadt Tadschikistans aufgenommen hat, steht im Zeichen des Internationalen Jahrzehnts der Aktionen „Wasser für Leben". Dabei geht es um die Entwicklung des Dialogs und die Festigung der Kooperation der Länder bei der Verwaltung der Einzugsgebiete der grenzüberschreitenden Flüsse, der Wasserpartnerschaft und der gegenseitigen Unterstützung. Außerdem geht es um den Erfahrungsaustausch bei der Verwaltung der Wasserressourcen wie auch um neue Impulse für die Ausarbeitung und Ergreifung praktischer Maßnahmen in den Einzugsgebieten der grenzüberschreitenden Flüsse.

    Die Konferenz ist ein Bindeglied zwischen dem III. Weltwasserforum 2003 in Kyoto und dem IV. Weltwasserforum 2006 in Mexiko.

    Der tadschikische Präsident, Emomali Rachmonow, betonte in seiner Eröffnungsansprache: „Die Flussgewässer, die nationale Grenzen überqueren, gewinnen immer mehr an strategischer Bedeutung." „Es ist notwendig, ein effektives Zusammenwirken der Staaten anzubahnen, das die Verschmutzung der internationalen fließenden Gewässer ausschließt", sagte er. Ein trauriges Beispiel für die Zerstörung des Zusammenwirkens liefert der Aralsee, der praktisch von den Erdkarte verschwunden ist.

    Als Präsident des internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees appellierte Rachmonow an die Weltgemeinschaft, den Staaten Zentralasiens wirksame Hilfe bei der Minderung der Folgen dieser globalen ökologischen Katastrophe zu erweisen. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Sondertagung zu Fragen des Aralsees im Rahmen des 2006 in Mexiko stattfindenden IV. Weltwasserforums „ein Wendepunkt in der traurigen Geschichte des Aralsees sein wird, die einstweilen noch von Deklarationen über Hilfe, nicht aber von realen, auf dessen Rettung gerichteten Handlungen strotzt".

    An der internationalen Konferenz nehmen 1 300 Vertreter aus 50 Ländern der Welt und von mehr als 45 internationalen Organisationen teil. Im Rahmen der Konferenz wird eine Ausstellung zur ökologischen Thematik und Wassernutzung stattfinden.

    Im Ergebnis der Konferenz soll ein Schlussdokument mit einem Appell an die Regierungen, internationalen Agenturen, den Privatsektor und alle Menschen unseres Planeten angenommen werden.

    Der Aralsee liegt im nördlichen Wüstenteil Zentralasiens auf den Territorien von Usbekistan und Kasachstan. Er nahm früher eine Fläche von 68 000 Quadratkilometern ein. Damals war der Aralsee der nach dem Kaspischen Meer zweitgrößte unter den innerhalb des Kontinents gelegenen abflusslosen Seen. Der Wasserspiegel des Aralsees lag unter den natürlichen Bedingungen 53 Meter über dem Weltmeeresspiegel und fast 80 Meter über dem Wasserspiegel des Kaspischen Meeres. Der Aralsee war 428 Kilometer lang und 234 Kilometer breit. Die maximale Tiefe betrug 69 Meter und der Umfang 1064 Kubikkilometer.

    Im Zeitraum von 1960 bis 1990 wurden in der Region umfangreiche Programme zur Erschließung von Neuland durchgeführt. Im Ergebnis verdoppelte sich die bewässerte Fläche und erreichte 8 Millionen Hektar, die Wasserentnahme stieg von 63 auf 117 Kubikkilometer jährlich. Der Wasserzufluss in den Aralsee ging dadurch gegen 1990 auf 9-12 Kubikkilometer pro Jahr zurück und ist heute sogar viel geringer. Der Wasserspiegel ist um 17 Meter gefallen, die Wasserfläche macht heute nur die Hälfte der früheren aus. Heute liegt der Wasserpiegel nur 30 Meter über dem Weltmeeresspiegel. Der Mineralisierungsgrad hat sich stark erhöht, was die Lebensbedingungen und die Lebensqualität der Bevölkerung der Region negativ beeinflusst.

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