15:53 21 Oktober 2017
SNA Radio
    Politik

    "Wremja Nowostej": Mehr Nachteile für Russland durch Ergebnis des Referendums in Frankreich

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 2 0 0
    MOSKAU, 31. Mai (RIA Nowosti). In der Dienstagsausgabe der Tageszeitung "Wremja Nowostej" äußern sich russische Experten darüber, wie sich die Ergebnisse des jüngsten Referendums in Frankreich, wo eine Mehrheit den Entwurf der Europäischen Verfassung abgelehnt hat, auf die Beziehungen Russlands mit der Europäischen Union auswirken werden.

    Konstantin Kossatschow, Vorsitzender des auswärtigen Ausschusses der Staatsduma: Für Russland bringt die Entscheidung Frankreichs mehr Nach- als Vorteile. Natürlich würde die Zentralisierung der Macht in der EU - und gerade darin besteht eines der Hauptziele der Verfassung - die Europäische Union zu einem härteren und weniger nachgiebigen Partner für Russland machen. Der Übergang vom derzeit in der EU geltenden Konsens bei der Beschlussfassung zur Möglichkeit, diese Beschlüsse mit einer Stimmenmehrheit anzunehmen, eine Verstärkung der politischen Elemente gegenüber den bürokratischen in der EU-Tätigkeit, die Abschaffung des Instituts des Vorsitzes und die Einführung des Amtes des Außenministers - all das wäre für Russland hilfreich.

    Nadeschda Arbatowa, Leiterin eines Sektors des Zentrums für europäische Studien des Instituts für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen der Russischen Wissenschaftsakademie: Das, was in Frankreich passiert ist, ist eine traurige Tatsache. Ich denke, dass wir in strategischer Hinsicht an einer starken Europäischen Union interessiert sind. Dafür ist eine Europäische Verfassung notwendig. Ihr liegen Prinzipien zugrunde, die für Russland vom Vorteil sind. Mit der Annahme der Verfassung würde sich die Europäische Union mehr mit dem Problem der nationalen Minderheiten in Lettland und Estland befassen.

    Olga Butorina, Leiterin des Lehrstuhls Europäische Integration des Moskauer Staatlichen Instituts für internationale Beziehungen des Außenministeriums Russlands: Wäre die Verfassung angenommen, hätte sich die Zahl der Unterhändler, mit denen es Moskau zu tun haben muss, auf ein Minimum reduziert. Die Europäische Union hätte eine einheitliche konsolidierte Politik zu vielen inneren und internationalen Fragen bekommen. Zur Abstimmung der Positionen mit der EU hätte es für den russischen Außenminister ausgereicht, eine Telefonnummer zu wählen und mit einer Person - dem Chef des EU-Außenamtes - zusammenzutreffen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren