08:52 20 Januar 2017
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    Neuer Mufti in Tschetschenien kämpft gegen Verbreitung des Wahhabismus

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    GROSNY, 31. Mai (RIA Nowosti). Der neue Mufti der Republik Tschetschenien, Sultan Mirsajew, hält es für seine wichtigste Aufgabe im Amt des geistigen Führers, „den ideologischen Kampf gegen die Verbreitung des Wahhabismus in Tschetschenien zu führen und aktiv den traditionellen Islam zu propagieren".

    In einem Interview für RIA Nowosti brachte er am Dienstag vor allem die Überzeugung zum Ausdruck, dass „die Imame in den Moscheen und die religiösen Persönlichkeiten vor Ort aktiv werden und erläutern müssen, welche Gefahr die Ideologie des Wahhabismus darstellt, ausgewogen und klug auf den Koran Bezug nehmend".

    Als Schwerpunkt sieht er die Arbeit unter Jugendlichen an. „Außer der Verbreitung einer radikalen islamischen Strömung gibt es in Tschetschenien noch viele weitere Probleme, so unter anderem das Drogenproblem. Und wir, die Geistlichkeit, müssen dieses Übel auf unsere Weise bekämpfen", sagte Mirsajew.

    Er führte aus, dass die religiösen Würdenträger auch zur Arbeit unter den Personengruppen gewillt sind, die „irrtümlich oder aus Unwissenheit in die Reihen der illegalen bewaffneten Formationen geraten sind und nicht an schweren Verbrechen beteiligt sind".

    Das neue Oberhaupt der Muslime in Tschetschenien erklärte sich zu grundlegenden Veränderungen in der Tätigkeit der Geistlichen Verwaltung bereit. „Vor allem beginne ich damit, dass ich die Festanstellungen in der Verwaltung vollkommen aufhebe und Personalveränderungen vornehme", erklärte Sultan Mirsajew.

    Er unterstrich, er sei gewillt, die Vorsitzenden der Glaubensgemeinden in einigen Gebieten der Republik auszuwechseln. Ihm zufolge „gibt es in der Tätigkeit der Geistlichen Verwaltung und der Imame viele Unzulänglichkeiten, die in den meisten Fällen durch die Passivität der religiösen Würdenträger bedingt sind".

    Sultan Mirsajew wurde von den 22 Vertretern der Glaubensgemeinden aus den Kreisgebieten in der Medjlis einstimmig zum Mufti der Republik gewählt.

    Der neue Mufti ist 40 Jahre alt und hat zwei Studiengänge absolviert: einen geistlichen und einen weltlichen. Mirsajew beendete die Islamische Universität in Buinaksk und das Wolgograder Bauinstitut. Zuletzt war er als erster stellvertretender Mufti der Republik tätig.

    Den Rücktritt seines Vorgängers kommentierend, erklärte Mirsajew, „der Ex-Mufti trat aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurück".

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