00:12 25 Januar 2017
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    Gerichtsurteile im Chodorkowski-Prozess milder, als von der Anklage gefordert

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    MOSKAU, 31. Mai (RIA Nowosti). Das Gericht hat den ehemaligen Chef der Ölgesellschaft Yukos, Michail Chodorkowski, zu neun Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Das berichtet RIA Nowosti aus dem Gerichtssaal.

    Eine ebenso lange Strafe wurde gegen den Chef der Internationalen Finanzvereinigung „Menatep", Platon Lebedew, verhängt.

    Die Beiden sollen ihre Strafe in einer Arbeitsbesserungskolonie mit gemäßigten Haftbedingungen abbüßen.

    Der Ex-Generaldirektor der AOST „Wolna", Andrej Krainow, wurde zu fünf Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

    Die Gerichtsurteile sind milder ausgefallen, als der staatliche Ankläger Dmitri Schochin gefordert hatte. Ihm zufolge sollten Chodorkowski und Lebedew zu zehn Jahren Freiheitsentzug und Krainow zu einer bedingten Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren mit fünfjähriger Bewährungsfrist verurteilt werden.

    Das Gericht gab auch der Klage des Föderalen Steuerdienstes auf die Einziehung von 17,395 Milliarden Rubel (ein US-Dollar entspricht 28,09 Rubel) bei Chodorkowksi und Lebedew statt. Das Gericht empfahl ferner, die Klagen gegen Lebedew und Chodorkowksi auf 15 Millionen Rubel beziehungsweise 62 Millionen Rubel im Rahmen der Zivilprozessordnung zu prüfen.

    Das Gericht beschloss, die gesperrten Bankenkonten von Chodorkowski in Höhe von 47 210 Dollar an den Staat zu übergeben.

    Die gesperrten Bankeinlagen Lebedews in Höhe von 629 739 Rubel sollen ebenfalls zugunsten des Staates eingezogen werden.

    Das Gericht befreite Chodorkowski, Lebedew und Krainow von der Verantwortung für die begtrügerische Inbesitznahme eines 20-prozentigen Aktienpaketes des Unternehmens „Apatit" auf Grund des Ablaufs der Verjährungsfrist.

    Wie RIA Nowosti weiter berichtet, hatte die Generalstaatsanwaltschaft bei einer Debatte im Rahmen der Gerichtsverhandlung das Gericht ersucht, die Angeklagten in dem Fall für schuldig zu erklären und sie von der Verantwortung auf Grund des Ablaufs der Verjährungsfrist zu befreien.

    Laut der Anklage war Chodorkowski mit einer organisierten Gruppe von Personen über ihm unterstellte Firmen ungesetzlich in den Besitz von 20 Prozent der Aktien des Unternehmens „Apatit" gelangt.