05:33 19 Januar 2017
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    Mitarbeiter von Yukos und Menatep sind mit dem Urteil gegen Chodorkowski und Lebedew unzufrieden

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    MOSKAU/LONDON, 31. Mai /RIA Nowosti/. Die Mitarbeiter der Erdölgesellschaft Yukos seien über das Urteil gegen den Ex-Chef der Gesellschaft Michail Chodorkowski enttäuscht, heißt es in der von der Gesellschaft am Dienstag verbreiteten Erklärung.

    „Für die überwiegende Mehrheit der Menschen ist dieses Urteil ein tragisches Beispiel für die Ausnutzung des Rechtsschutz- und Gerichtssystems durch die Behörden zu politischen Zwecken", meinen die Mitarbeiter der Erdölgesellschaft.

    Die Group Menatep halte den Prozess gegen die Mitarbeiter von Yukos für politisch motiviert und „zur Schau gestellt". Das verlautet aus der Londoner Abteilung der Group Menatep, Hauptaktionär von Yukos, gegenüber der RIA Nowosti.

    „Die russischen Geschäftsleute Michail Chodorkowski und sein Geschäftspartner Platon Lebedew wurden zu je neun Jahren Freiheitsentzug mit Strafverbüßung in Arbeitsbesserungslagern verurteilt", erinnerte man bei Menatep. „Das ruft die Schauprozesse der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts ins Gedächtnis zurück. Die Urteilsverkündung wurde vorsätzlich in die Länge gezogen, um die Aufmerksamkeit der Presse davon abzulenken", heißt es in der Mitteilung der Gruppe.

    „Der Prozess ist bereits wegen der politischen Motivierung einer internationalen Kritik unterzogen worden", betonte man bei Menatep. Ihre Meinung zu dieser Frage hätten bereits das Europäische Parlament, der Europarat, der US-Kongress, die Weltbank und verschiedene Rechtsschutzorganisationen geäußert. Die Parlamentarische Versammlung des Europarates habe in diesem Januar eine Resolution angenommen, in der der politische Hintergrund dieses Falles verurteilt werde.

    RIA Nowosti wurde von Menatep daran erinnert, dass in der Begutachtung des Londoner Magistratsgericht an der Bow Street, das in diesem März die Auslieferung von zwei Ex-Mitarbeitern von Yukos an Russland verweigert hatte, ebenfalls Hinweise darauf enthalten seien, dass der Fall Yukos einen politischen Charakter habe.

    Die Generalstaatsanwaltschaft Russlands bezeichnete das Urteil als objektiv und gerecht und dementierte kategorisch die Behauptung, dass der Fall Yukos einen politischen Hintergrund habe.

    „Wir negieren kategorisch jeglichen politischen Hintergrund in diesem Fall", dahingehend kommentierte Natalja Weschnjakowa, Sprecherin der Verwaltung Information und PR der Generalstaatsanwaltschaft Russlands, das Gerichtsurteil gegen Chodorkowski, Lebedew und Krainow im Gespräch mit Journalisten.