Radio
    Politik

    Nordossetiens Präsident Dsassochow tritt zurück

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 1 0 0
    WLADIKAWKAS, 31. Mai (RIA Nowosti). Der Präsident der russischen Teilrepublik Nordossetien, Alexander Dsassochow, hat sein Rücktrittsgesuch eingereicht. „Alexander Sergejewitsch wandte sich an den russischen Präsidenten mit der Bitte, die Möglichkeit seines vorzeitigen Rücktritts zu prüfen", teilte der bevollmächtigte Vertreter des Präsidenten im Föderationsbezirk Süd, Dmitri Kosak, am Dienstag vor der Presse in Wladikawkas mit, wo er mit Vertretern der nordossetischen Führung zusammentraf. Die Vollmachten des 71-jährigen Dsassochow laufen im Januar 2006 ab.

    Bei dem Treffen seien laut Kosak Kandidaturen für das höchste Amt in der Republik vorgeschlagen worden, darunter die des Parlamentspräsidenten Taimuras Manssurow, des Ersten Vizeregierungschefs Alexander Merkulow und die des Oberbürgermeisters von Wladikawkas, Kasbek Pagijew. Allerdings zog Pagijew seine Kandidatur sofort zurück.

    „Alle anderen vorgeschlagenen Kandidaturen werden von Präsident Wladimir Putin geprüft", sagte Kosak.

    Dsassochow erklärte, er trete zurück, um der jungen Generation den Weg zu ebnen. „Ich schaffe einen Präzedenzfall. Während alle bestrebt sind, ihre Amtszeiten zu verlängern, habe ich beschlossen, meine Amtszeit zu kürzen." Die Entscheidung sei nicht von heute auf morgen getroffen worden. „Ende dieses Jahres wäre meine Amtszeit abgelaufen, ich hätte keinen Anspruch auf eine Verlängerung erhoben", sagte der Präsident.

    Zugleich erklärte Dsassochow, dass er in der Politik bleiben werde. „Es gibt so einen Beruf - Politiker. Da ich diesen Beruf seit Jahrzehnten ausübe, hätte ich es nicht geschafft, diese gewohnte Tätigkeit jäh zu beenden", sagte Dsassochow nach der Erklärung seines Rücktritts gegenüber Journalisten.

    Er rechne damit, weiterhin nützlich zu sein. Er habe keine Ambitionen auf hohe Posten und möchte dem Staat, dem Lande und dem Präsidenten der Russischen Föderation helfen, ohne aber die Kontakte zu seiner Heimatrepublik zu verlieren, sagte Dsassochow.

    Zum ersten Mal war die Frage nach Dsassochows Rücktritt nach dem Geiseldrama von Beslan aufgeworfen worden. Am 1. September 2004 brachten Terroristen in einer örtlichen Schule mehr als 1100 Kinder und Erwachsene als Geiseln in ihre Gewalt. Am 3. September wurde die Schule von den Sicherheitskräften gestürmt, nachdem die Terroristen Bomben gezündet und mit der Erschießung von Geiseln begonnen hatten. 335 Kinder und Erwachsene fanden dabei den Tod. Knapp 400 Menschen wurden verletzt. Damals erklärte Dsassochow, dass sein Rücktritt als ein Versuch gedeutet werden könnte, sich der Verantwortung zu entziehen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren