15:54 21 Oktober 2017
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    Leidenschaften um die Ergebnisse der Parlamentswahlen in Kirgisien verlagerten sich von der Straße in das Gebäude des Obersten Gerichts

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    BISCHKEK, 01. Juni (RIA Nowosti). Nach dem erneuten, nun jedoch erfolgreichen Versuch eines Sturms drang eine Gruppe von etwa 100 Personen in das Gebäude des Obersten Gerichts Kirgisiens in Bischkek ein. Vor der Dienststelle verharren noch immer ungefähr 200 Demonstranten.

    So wurde das Dienstgebäude des Obersten Gerichts von den Parteigängern der Kandidaten befreit, die bei den Parlamentswahlen im März unterlegen gewesen waren. Namentlich die von der Opposition erhobenen Vorwürfe wegen massiver Wahlfälschungen waren Prolog einer allgemeinen Entrüstung, welche letztendlich zum Sturz des Regimes von Askar Akajew führte.

    Die Besetzer des Obersten Gerichts hatten eine Selbstverbrennung mit Molotow-Cocktails angedroht.

    Etwa 20 uniformierte, doch unbewaffnete Milizionäre stellten sich zunächst dem Sturm entgegen, verzichteten aber alsbald darauf, sich in die Auseinandersetzung der Konfliktparteien einzumischen.

    Ungefähr 100 Anhänger der Wahlverlierer vom März hielten das Gerichtgebäude etwa 45 Tage besetzt. Unter anderem hatten sie gefordert, dass der Oberste Gericht Kirgisiens und sein Vorsitzender, Kurmanbek Osmonow, die die Legitimität der Wahlergebnisse bestätigt hatten, zurücktreten.

    Im Gerichtgebäude ermittelt nun eine Regierungskommission zu den Gründen der Besetzung des Obersten Gerichts. Ihr gehören Richter des Obersten Gerichts, Regierungsmitglieder und namhafte Juristen Kirgisiens an.

    Mittwochmorgen wurden etwa 300 Demonstranten mit zwei Dutzend Kleinbussen zum Obersten Gericht gebracht. Sie erklärten sich zu Vertretern des Volkes und forderten die Wiederaufnahme der Tätigkeit des Obersten Gerichts.

    Die Gebäudestürmer trugen türkisblaue Armbinden, während die der Besetzer rot waren.

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