07:58 17 Januar 2017
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    "Kommersant": Brauchen Russland und Japan einander?

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    MOSKAU, 01. Juni (RIA Nowosti). Die Nachricht, bei den Verhandlungen zwischen den Außenamtschefs Ruslands und Japans, Sergej Lawrow und Nobutaka Machimura, über das Problem der Südkurileninseln seien keine Fortschritte erzielt worden, war eine zu erwartende Sensation, schreibt die Tageszeitung „Kommersant" am Mittwoch. In den letzten Monaten sprachen ranghohe Vertreter der Außenministerien beider Länder, die ihre Meinung in inoffiziellen Gesprächen äußern dürfen, davon, dass Tokio und Moskau die Hoffnung auf eine Kompromisslösung im Gebietsstreit verloren hätten. Gestern gestanden beide Minister das offen ein.

    Tokio wurde dazu durch die Befürchtung bewogen, dass es gefährlich sei, die japanische Öffentlichkeit mit Illusionen hinsichtlich Fortschritte beim Dialog mit Russland über das Territorialproblem abzuspeisen. Und der Kreml reagierte auf das, was in Moskau als eine wachsende Härte der japanischen Außenpolitik angesehen wird.

    Um die japanischen Ansprüche auf die Kurileninseln zurückzuweisen, wurde in Russland in den letzten Wochen sogar erklärt, dass diese Inseln im Unterschied zu den Inseln Tarabarow und Bolschoi Ussurijski, die unlängst an China abgetreten wurden, überhaupt kein Streitgegenstand sein dürfen, weil Russland diese als Kriegstrophäe (nach dem Zweiten Weltkrieg) bekommen hat. Insofern gebe es einfach kein Territorialproblem zwischen Japan und Russland.

    Wie beide Minister betonten, werde der Dialog fortgesetzt. Mehr noch: Russlands Präsident Wladimir Putin soll noch in diesem Jahr nach Tokio kommen, um mit Japans Premier Junichiro Koizumi ein umfangreiches Paket von Abkommen zu unterzeichnen. Sollte aber Tokio darauf hoffen, dass darin dennoch „bemerkbare Fortschritte" in der Frage des Abschlusses eines Friedensvertrags fixiert würden, so würden sich die russisch-japanischen Verhandlungen weiter im Kreis drehen.

    Es ist dennoch möglich, diesen Kreis zu durchbrechen und auf ein neues Niveau zu kommen, wenn das am Vortag von Lawrow und Machimura zugegebene Fehlen von Fortschritten genutzt wird, um auf einem anderen Weg, dem Weg der gegenseitig vorteilhaften Zusammenarbeit, einander entgegenzukommen. Dazu muss man allerdings zunächst die Frage beantworten, ob Japan und Russland einander brauchen. Die Wirtschaft in beiden Ländern hat bereits eine positive Antwort darauf gegeben. Nun müssten auch die Politiker das begreifen.

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