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    "Nesawissimaja Gaseta": Interessen der USA, Russlands und Chinas könnten in Kirgisien kollidieren

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    MOSKAU, 01. Juni (RIA Nowosti). Die chinesische Zeitung „Huaxia Shibao" sorgte für eine Sensation, als sie am Dienstag von der geplanten Entsendung chinesischer Truppen nach Kirgisien berichtete. Nach Ansicht von Experten könnten die Interessen der USA, Russlands und Chinas demnächst gerade in dieser Region miteinander kollidieren, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    Unter Berufung auf den offiziellen Sprecher des Außenministers Chinas, Liu Jiachao, berichtete die Zeitung, dass die chinesischen Behörden eine entsprechende Bitte des amtierenden Präsidenten Kirgisiens, Kurmanbek Bakijew, prüften. Bakijew hatte gebeten, Truppen der Organisation des kollektiven Sicherheitsvertrags (Russland, Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan, Weißrussland und Armenien) unter Leitung Russlands sowie Truppen der Shanghaier Kooperationsorganisation (Russland, China, Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan und Usbekistan) in diesem Land zu stationieren. Wie der Sprecher betonte, habe China bisher keine Militärstützpunkte im Ausland eingerichtet, insofern müsse es diese Frage ernsthaft prüfen.

    Am Vortag dementierte Chinas Außenministerium Berichte, die Behörden des Landes könnten Truppen nach Kirgisien entsenden. Unterdessen sind Experten der Ansicht, dass die Information über eine Entsendung ausländischer Truppen nach Kirgisien nicht zufällig war. Nach ihrer Meinung könnte der asiatische GUS-Raum zu einer Zone der Rivalität zwischen den Großmächten werden, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass es in Kirgisien bereits einen amerikanischen und einen russischen Militärstützpunkt gibt, während die chinesische Armee in unmittelbarer Nähe stationiert ist und innerhalb kürzester Zeit dorthin verlegt werden könnte.

    Andrew Kuchins, Direktor des Moskauer Carnegie-Zentrums, ist der Auffassung, dass sich die kirgisischen Behörden kaum an China mit der Bitte wenden werden, chinesische Truppen bei sich zu stationieren. Wahrscheinlicher ist, dass sie Russland bitten würden, dessen militärische Präsenz im Falle der Entstehung einer Destabilisierungsgefahr zu verstärken. Bei Russland sind wesentlich engere militärische Beziehungen mit Kirgisien als mit China oder den USA entstanden.

    Zugleich wäre es durchaus möglich, dass China einen Wettbewerb um den Einfluss in Zentralasien aufnehmen würde, an dem dann die USA und Russland teilnehmen, so Kuchins. Heute aber, wie auch in absehbarer Zukunft, würden diese drei größten Akteure die Besorgnis über die Gefahr einer Destabilisierung in Zentralasien sowie einer Verflechtung des radikalen Islamismus mit dem Terrorismus teilen. Diese gemeinsamen Besorgnisse würden ihre Konkurrenz in dieser Region mildern, wenn auch nicht beenden, hieß es.

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