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    Kassationsbeschwerde zum Gerichtsurteil gegen Chodorkowski wird frühestens im September geprüft

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    MOSKAU, 01. Juni (RIA Nowosti). Eine Kassationsbeschwerde zum Urteil gegen Michail Chodorkowski, Platon Lebedew und Andrej Kranow wird frühestens im September 2005 geprüft. Das teilte Genrich Padwa, Anwalt des ehemaligen Yukos-Chefs, mit.

    Das Moskauer Meschtschanski-Bezirksgericht hatte am Dienstag Chodorkowski und Lebedew zu neun Jahren Freiheitsentzug verurteilt.

    Padwa bestätigte, dass die Verteidigung innerhalb von zehn Tagen nach dem Erhalt einer Kopie des Urteils dieses bei einer höheren Instanz - dem Moskauer Stadtgericht - anfechten wird. „Es wird dann lange dauern. Ich weiß nicht, wann die Beschwerde geprüft werden kann - ob im September oder im Oktober", sagte der Anwalt in einem Live-Interview für den Sender „Echo Moskaus".

    Wie der Jurist verdeutlichte, werden alle Prozessbeteiligten in die Protokolle zu den Gerichtsverhandlungen, bei denen es nicht nur um einen Band handelt, Einsicht nehmen müssen. Nach Meinung Padwas wird das viel Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb könne die Kassationsbeschwerde kaum früher erörtert werden, als im September.

    „In allen Anklagepunkten ist die Rolle und der Anteil Chodorkowskis faktisch nicht ermittelt worden", fuhr der Anwalt fort.

    Nach seiner Meinung wurde in den meisten Punkten der Vorgang eines Verbrechens selbst nicht festgestellt. „Den Vorgang hat es gegeben, aber dieser war kein Verbrechen, zumindest laut den damaligen Gesetzen", sagte der Jurist.

    Wie Padwa weiter bemerkte, habe er davon gehört, dass die Generalstaatsanwaltschaft neue Anklagen gegen Chodorkowski und Lebedew erheben will.

    „Es hat solche Drohungen - offizielle wie nicht offizielle - gegeben. Es wurden noch keine Anschuldigungen erhoben. Sollten diese erhoben werden, werden wir uns damit befassen", sagte der Anwalt.

    Er teilte ferner mit, dass Michail Chodorkowski die Frage eines Begnadigungsgesuchs mit seinen Anwälten nicht erörtert hat.

    „Die Frage einer Begnadigung wurde bei uns niemals gestellt und niemals erörtert, deshalb möchte ich mich des Kommentars dazu enthalten", sagte Padwa.

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