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    Südossetischer Präsident Kokojty rechnet in zwei Jahren mit Anerkennung seiner Republik

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    MOSKAU, 01. Juni (RIA Nowosti). Südossetien (nicht anerkannte Republik auf dem Territorium Georgiens) soll zum Jahr 2007 de facto und de jure als unabhängige Republik anerkannt werden. Diese Ansicht vertrat der südossetische Präsident Eduard Kokojty am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Moskau.

    „Westliche Politologen neigen dazu, das Kosovo, Südossetien und Berg-Karabach (armenische Exklave in Aserbaidschan) de facto und de jure anzuerkennen. Die Prozesse, die sich in Südossetien abspielen, führen vor Augen, dass sich bei uns eine richtige Republik und ein richtiger Staat durchgesetzt haben", betonte der Präsident.

    Kokojty schloss nicht aus, dass sich Südossetien nach der Anerkennung seiner Unabhängigkeit mit der russischen Teilrepublik Nordossetien vereinigt und dem Staatsverband der Russischen Föderation beitritt. „Diesem Plan wirken internationale Organisationen aktiv entgegen, die Südossetien unter Druck setzen und behaupten, dass die Frage der Unabhängigkeit der Republik erörtert werden könnte, aber nicht im Rahmen ihrer Vereinigung mit Russland."

    Kokojty teilte mit, dass ein Treffen der führenden Repräsentanten der nicht anerkannten Republiken Abchasien (auf dem Territorium Georgiens), Südossetien, Transnistrien (auf dem Territorium Moldawiens) und Berg-Karabach im Laufe des nächsten Monats stattfinden solle. „Dieses Treffen ist für unsere Republiken von überaus großer Bedeutung. Wir wollen unsere Handlungen koordinieren und einander bei der Festigung der Staatsordnung helfen. Wir möchten, um mit den Demokraten zu sprechen, einander helfen, unabhängig zu werden", erklärte Kokojty.

    Der südossetische Präsident sieht keine Notwendigkeit in gemeinsamen Militärübungen der Streitkräfte Südossetiens, Abchasiens, Transnistriens und Berg-Karabachs. „Ein solches Manöver könnte durchgeführt werden, ist aber nicht dringend nötig. Das Säbelrasseln würde nichts Gutes bringen", sagte Kokojty.

    Der Präsident erinnerte daran, dass die (nicht anerkannten) Länder mehrmals die Absicht bekundet hatten, einander im Notfall zu helfen. „Aber wir sind für einen politischen Dialog."

    Er sei nach Moskau gekommen, um Fragen zur Sprache zu bringen, die die Integration und die Lösung von Problemen der russischen Bürger betreffen, die in Südossetien ansässig sind. „Die meisten Einwohner Südossetiens haben die russische Staatsbürgerschaft, die ihnen in den letzten Jahren gewährt wurde. Diese Bürger haben gewisse Probleme, die von mir gelöst werden."

    Der südossetische Präsident fügte hinzu, dass er während des Moskau-Besuchs mit Vertretern der russischen Führung nicht zusammentreffen wird. Auf der Tagesordnung stünden ökonomische Probleme.