14:19 21 Januar 2017
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    Experten: Islam und Demokratie sind vereinbar

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    MOSKAU, 01. Juni (RIA Nowosti). Solche Begriffe wie Islam und Demokratie seien vereinbar, diesen Standpunkt teilen praktisch alle Teilnehmer der Rundtisch-Konferenz zum Thema: „Islam und Demokratie", die in der RIA Nowosti durchgeführt wurde.

    „Es kann im Allgemeinen keine ‚islamische Demokratie' geben, aber eine Demokratie in jedem einzelnen Land, in dem Moslems leben, kann bestehen", sagte Alexej Malaschenko, bekannter russischer Islamforscher, Mitglied des wissenschaftlichen Rates des Moskauer Carnegie-Zentrums, auf der Konferenz.

    „Der Islam soll nicht gerechtfertigt, sondern so aufgefasst werden, wie er eben ist", betonte Malaschenko. „Selbstverständlich unter Berücksichtigung jedes einzelnen Landes", fügte er hinzu.

    „Dass die islamische Welt heute Reformen braucht, steht nicht zur Diskussion, die Frage besteht darin, auf welchen Erfahrungen die demokratischen Prozesse basieren sollen", meint Malaschenko. Er hob dabei einige Tendenzen hervor. Die erste - die amerikanische Variante: „Wir werden kommen und belehren", die zweite - die Erklärungen der Moslems: „Wir verfügen über eigene historische Erfahrungen und wissen selbst, wie es sein soll."

    Innerhalb der islamischen Welt gibt es verschiedene Wege für Reformen, erklärte Schamil Beno, Vizepräsident des Fonds zur Unterstützung der Demokratie und des sozialen Fortschritts. Es gibt Wege, die von El Kaida und Osama bin Laden, arabischen Intellektuellen und moslemischen Eliten außerhalb der arabischen Welt in solchen Ländern wie Malaysia und Bangladesh vorgeschlagen werden. Zu dieser Reihe lässt sich auch Russland zählen, wo die Moslems ihre besonderen historischen Erfahrungen der Absorption im nicht moslemischen Milieu bei Erhaltung der eigenen Identität besitzen.

    Wie Beno sagte, seien daran, „dass sich die Moslems im Hinterhof der Geschichte befinden, die Moslems selbst schuld. Man darf aber nicht vergessen, dass alle Prozesse, die sich in der moslemischen Welt im Verlaufe der letzten 200 Jahre vollzogen, unter dem Diktat von außen erfolgten". „Heute wollen die Moslems, dass man aufhört, ihnen zu diktieren, wie sie leben sollen", betonte er.

    „Die Demokratie ist die Form, der Islam - der Inhalt und sie sind mit einander vereinbar", erklärte Ali-Wjatscheslaw Polossin, Vertreter des Organisationskomitees der neuen gesellschaftlichen Bewegung „Russisches islamisches Erbe".

    Heute können die Prozesse, die in der moslemischen Welt vor sich gehen, nicht umhin, Russland zu berühren, in dem rund 20 Millionen Moslems leben und das den Status eines Beobachters in der Organisation Islamische Konferenz beansprucht.

    Im Verlauf der Rundtisch-Konferenz wurde auch der Gedanke geäußert, dass die Aufgabe der islamischen Theologen und Prediger darin bestehe, den Islam den heutigen Bedingungen anzupassen. Dabei geht es nicht um einen Wechsel der Glaubenspostulate, sondern darum, dass ein Moslem, der zum Beispiel in Europa lebt, sich wohl fühlt, dass er kein fremdes Element in einem feindseligen Milieu ist.

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