08:54 20 Januar 2017
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    Minister Surabow verweist auf Aktualität des Problems der Transplantation von Spenderorganen für Russland

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    MOSKAU, 01. Juni (RIA Nowosti). Russlands Gesundheitsminister, Michail Surabow, hat zugegeben, dass im Lande das Problem der Transplantation von Spenderorganen besteht. „Das ist ein System-Problem in unserem Lande, dem wir viel Aufmerksamkeit schenken wollen", sagte Surabow am Mittwoch vor der Presse in Moskau.

    „Jährlich sind landesweit 3500 Patienten auf die Transplantation einer Niere angewiesen. Real können knapp 200 Operationen durchgeführt werden. In der Zeit, da der Patient auf die Spenderniere wartet, wird er einer kostspieligen Prozedur unterzogen - der Dialyse. Es handelt sich um spezielle Betten und Ausrüstungen wie auch um Sonderpersonal. Aber das Wichtigste ist das Fehlen einer klaren Perspektive."

    Die Situation könne aus rechtlichen Gründen nicht zum Besseren gewendet werden. In Russland gebe es keine zivilisierte Ordnung für die Entnahme von Spenderorganen. In Russland gebe es keine Bank für Spenderorgane. Zugleich gebe es keine Probleme, wenn es sich um die Entnahme eines Organs bei einem Verwandten handelt.

    „Die Richtigkeit der Entnahme von Spenderorganen, wenn der potenzielle Spender bereits tot ist, wird in letzter Zeit in diskutiert. Ohne die Lösung dieses Problems bringen wir viele Bürger um die Möglichkeit, ihr Leben zu verlängern", bemängelte Surabow.

    In diesem Zusammenhang sagte der Minister, dass jedes Jahr in Russland im Schnitt bis zu 30 000 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen. Das seien potenzielle Spender, denen unter Einhaltung aller Vorschriften ein Organ für die Transplantation entnommen werden könnte.

    Am 22. Juni findet die vertagte Verhandlung zum Fall der gesetzwidrigen Transplantation von Organen im 20. Krankenhaus von Moskau statt. Am 1. März waren zwei leitende Mitarbeiter des Krankenhauses und zwei Transplantologen für unschuldig befunden worden. Die Justiz warf ihnen vor, die Tötung des Bürgers Orechow vorbereitet zu haben, der am 11. April 2003 mit einer schweren Gehirnverletzung ins Krankenhaus gebracht wurde. Die Anklage forderte Haftstrafen zwischen acht und neun Jahren. Aber das Gericht befand, dass die Ärzte die Operation erst nach der Feststellung des Todes des Patienten vorbereitet hatten.

    Am Mittwoch fand vor dem Gebäude des Ministeriums für Gesundheitswesen und Sozialpolitik Russlands eine Kundgebung von Menschen statt, die auf die Transplantation von Spendeorganen angewiesen sind. Sie plädierten für eine schnellstmögliche Normalisierung der Situation um die Transplantation von Organen. Nach der Gerichtsverhandlung gegen die Ärzte des 20. Krankenhauses wurden Operationen zur Transplantation von Organen in ganz Russland so gut wie eingestellt.

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