23:22 18 Januar 2017
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    General Netkatschew: Abzug russischer Stützpunkte aus Georgien schadet Russlands geopolitischen Interessen

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    MOSKAU, 2. Juni (RIA Nowosti). Der Abzug der Militärstützpunkte aus Georgien ist ein überaus starker Schlag gegen die geopolitischen Interessen Russlands. Das erklärte Generalleutnant Juri Netkatschew, ehemaliger Vizechef der Gruppe der russischen Streitkräfte in Transkaukasien, in einem Interview für die Wochenzeitung "Wojenno-promyschlenny Kurjer".

    "Anstelle unserer Stützpunkte werden Türken, Amerikaner oder sonst jemand kommen, die Nische wird aufgefüllt", meinte der General. Nach seinen Worten habe russischer Staat seit mehr als zehn Jahren keine klare und deutliche Politik hinsichtlich der Verteidigung der Positionen Russlands im postsowjetischen Raum. Georgiens Präsident Michail Saakaschwili beleidige Russland und dessen Bürger, er schaffe Hindernisse für die russischen Militärs in Georgien, während Moskau lediglich Tiflis mit irgendwelchen Sanktionen einzuschüchtern versuche und seine Zahnlosigkeit zeige, so der General. "Zunächst hieß es, für den Abzug aus Georgien würden elf Jahre erforderlich sein, jetzt sind wir schon mit vier Jahren einverstanden", bedauert der Militär.

    Nach seiner Ansicht ist das aber erst der Beginn der Epopöe mit dem Abzug der russischen Militärstützpunkte aus Batumi und Achalkalaki. "Die örtlichen Einwohner werden uns von dort nicht weglassen", sagte er. "In Achalkalaki (liegt in der an Armenien grenzenden georgischen Region Dschawanetija mit einem großen armenischen Bevölkerungsteil. Anm. d. Red.) ist die Bevölkerung nahezu völlig armenisch. Sie würde sich eher von Georgien abtrennen als einen Abzug von Personal und Technik nach Russland zulassen. Das gleiche gilt für Batumi (Hauptstadt der Autonomie Adscharien an der Grenze zur Türkei. Anm. d. Red.) Unsere Stützpunkte bedeuten Arbeitsplätze für Menschen und einen Stabilitätsfaktor."

    Der General zweifelt nicht daran, dass Saakaschwili nach der Unterzeichnung des Vertrags mit Russland über den Abzug der Stützpunkte einen Krieg gegen Südossetien und Abchasien beginnt (nicht anerkannte Republiken im Bestand Georgiens. Anm. d. Red.) "Saakaschwili wird freie Hände bekommen, er wird zunächst einen Krieg gegen Südossetien und dann gegen Abchasien beginnen", prognostiziert Netkatschew. "Nicht zufällig hat er seinen Militärhaushalt verdreifachen lassen. Gekauft werden Panzer, Flugzeuge und Hubschrauber - alles läuft auf einen großen Krieg hin. Dieser Krieg wird Saakaschwili auch begraben. Die Osseten und die Abchasen werden ihre Territorien nicht an Georgien abtreten." In diesen nicht anerkannten Staaten sei praktisch die gesamte Bevölkerung Russlands Staatsbürger, fügte der General hinzu.

    Nach Angaben aus offenen Quellen sind auf dem Territorium Georgiens mehr als 3000 russische Militärangehörige sowie 150 Panzer, 240 gepanzerte Militärfahrzeuge und 140 Artilleriesysteme konzentriert.