17:02 20 Januar 2017
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    Lawrow: Tschetschenische Terroristen in Ereignisse in Andischan verwickelt

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    WLADIWOSTOK, 2. Juni (RIA Nowosti). Nach Informationen, über die Russland verfügt, waren tschetschenische Terroristen in die Ereignisse am 13. Mai im usbekischen Andischan verwickelt. Das teilte Russlands Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag Journalisten in Wladiwostok mit.

    "Nach diesen Informationen haben einige islamische Extremisten, Strukturen der ‚Islamischen Bewegung Usbekistans', Taliban-Reste und einige tschetschenische Terroristen mit den Ereignissen in Usbekistan zu tun", hieß es.

    "Wir überprüfen diese Information und wollen einen Dialog mit denen herstellen, die Informationen zu diesen Fragen haben", so der Minister.

    Seinen Worten nach sei die Situation in Usbekistan bei dem dreiseitigen Treffen der Außenminister Russlands, Chinas und Indiens behandelt worden.

    "Wir teilen die Ansicht, dass eine Untersuchung notwendig ist", sagte Lawrow und verwies darauf, dass im usbekischen Parlament in diesem Zusammenhang eine spezielle Kommission gebildet wurde.

    "Wir werden ihre Arbeitsergebnisse erwarten", fügte Lawrow hinzu. "Es wäre aber auch notwendig, zu untersuchen, wie diese Situation entstanden ist, wie eine bewaffnete Gruppe in Usbekistan einzudringen vermochte, wie Geiseln genommen sowie wie Waffen erbeutet und Gebäude eingenommen wurden."

    Es dürfe nicht zugelassen werden, dass terroristische Strukturen in Zentralasien an die Macht kommen, erklärte der Außenminister.

    "Wir können eine Destabilisierung der Region nicht zulassen, wir können es nicht zulassen, dass terroristische Strukturen ihre Positionen in der Region festigen und womöglich auch an die Macht kommen."

    Nach seinen Worten sei in Russland die Erklärung des USA-Außenamtes hinsichtlich der Möglichkeit von Terrorakten in Usbekistan im Zusammenhang mit einer eventuellen Beteiligung islamischer Extremisten und von Taliban-Milizen an den Ereignissen in Usbekistan nicht unbemerkt geblieben. "Wir rechnen damit, dass alles, was dort geschah, mit vollem Ernst aufgenommen wird", betonte Lawrow.

    Am 13. Mai hatten bewaffnete Personen das Gefängnis sowie mehrere Verwaltungsgebäude in der usbekischen Stadt Andischan erstürmt. Usbekistans Rechtsschutzorgane mussten die Verwaltungsgebäude zurückerobern. Bei den Unruhen kamen laut offiziellen Angaben 173 Personen ums Leben. Bürgerrechtler nennen allerdings wesentlich höhere Opferzahlen - bis zu 1000 Personen. Usbekistans Behörden verwiesen auf die Beteiligung der örtlichen Filiale der internationalen extremistischen Organisation Hizb-ut Tahrir (Partei der islamischen Befreiung) an den Unruhen.

    Das offizielle Taschkent bildete eine Parlamentskommission für die Untersuchung der Ursachen der tragischen Ereignisse in Andischan, lehnte aber zugleich Forderungen einiger internationaler Organisationen, einschließlich der UNO und der OSZE, nach einer unabhängigen internationalen Untersuchung ab.

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