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    "Nowyje Iswestija": EU-Krise wird Russlands Einfluss auf Nachbarn im GUS-Raum verstärken

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    MOSKAU, 02. Juni (RIA Nowosti). Nachdem die GUS ihre Existenz praktisch beendet hat, hat sich das geeinte Europa bei weitem nicht beeilt, die „jungen postsowjetischen Demokratien" fröhlich in seine Arme zu schließen. Und vor allem das hatten auch die Franzosen mit ihrem Protest im Sinn, als sie die EU-Verfassung abgelehnt haben, schreibt die Tageszeitung „Nowyje Iswestija" am Donnerstag. Nun werden die Regierungschefs der GUS-Mitgliedsländer bei ihrem Treffen in Tiflis entscheiden müssen, wie sie weiter leben sollen.

    Die Ukraine will vorerst nicht auf ihre strategische Idee einer EU-Mitgliedschaft verzichten. Nach den Worten ukrainischer Politologen haben aber die ukrainischen Behörden bereits vor einigen Monaten eingesehen, dass es für das Land keine Perspektiven einer schnellen Aufnahme in die EU gibt. Nun unternimmt ein Teil der Mannschaft von Präsident Viktor Juschtschenko Schritte, die darauf gerichtet sind, die Möglichkeiten für eine vorteilhafte Integration im Osten nicht zu verlieren, stellt der Politologe Michail Pogrebinski fest. Er teilt die Meinung, dass die GUS sich in ihrem jetzigen Format erschöpft hat. Der Einheitliche Wirtschaftsraum (Russland, Kasachstan, Ukraine und Weißrussland) habe allerdings gewichtige und reale Perspektiven.

    Die gleiche Meinung wird auch in Georgien vertreten. Georgiens Regierungschef Surab Nogaideli betonte sogar die Notwendigkeit einer Reform der GUS und hob die Wichtigkeit der wirtschaftlichen Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinschaft hervor. Der namhafte georgische Politologe Paata Sakareischwili ist der Auffassung, dass in der GUS die Zuständigkeitsbereiche umverteilt werden sollten, um die Situation innerhalb der Gemeinschaft auszugleichen. Nach seiner Ansicht wäre es für Georgien heute nicht vorteilhaft, aus der GUS auszutreten.

    In Chisinau herrscht eine gewisse Ratlosigkeit. Einige Politiker werfen bereits dem moldauischen Präsidenten Wladimir Woronin kurzsichtige Frontalangriffe gegen den Kreml vor. Nach den Worten von Valeri Klimenko, Leiter der Bewegung „Gleichberechtigung", war es unzulässig, die Ostbeziehungen abzubrechen, ohne Perspektiven im Westen zu haben.

    Russland hat nun eine neue Chance bekommen, seine früheren Partner um sich zusammenzuschließen. Ohne es zu wollen, hat die Europäische Union Russland diese Chance geboten. Wahrscheinlich, zum letzten Mal.

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