17:28 22 Oktober 2017
SNA Radio
    Politik

    "Nesawissimaja Gaseta": Ohne Pakistan können Russland, China und Indien in Asien keine stabilisierende Rolle spielen

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 0 10
    MOSKAU, 03. Juni (RIA Nowosti). Das Treffen der Außenminister Russlands, Chinas und Indiens am Donnerstag in Wladiwostok hat keine wesentlichen Vereinbarungen gebracht. Aus dem zum Abschluss des Treffens veröffentlichten Kommunique ist es kaum ersichtlich, dass die drei Staaten wirklich vorhaben, real im Interesse der Bewahrung der Stabilität an ihren äußeren Grenzen zusammenzuwirken, schreibt die Tageszeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    Hätte das Dreieck realere völkerrechtliche Formen angenommen, so hätte das die Bildung eines Kraftzentrums in Asien bedeutet, das eine Alternative zu Amerika bildet, was unweigerlich eine negative Reaktion Washingtons nach sich gezogen hätte. Weder Moskau noch Peking oder Delhi wünschen sich aber solche Unannehmlichkeiten.

    Das Problem besteht jedoch darin, dass sich die Lage an den fernen Grenzen Russlands, Indiens und Chinas nach den jüngsten Erschütterungen in Usbekistan verändert hat. Die drei Staaten befürchten, dass ein Zusammenbruch des Regimes Islam Karimows Extremisten an die Macht bringen könnte, die ein Chalifat in Zentralasien gründen möchten. Eine gewaltsame Revolution könnte dann nach dem Domino-Effekt andere asiatische GUS-Republiken erfassen. In einer solchen Situation würden Indien und China nicht tatenlos zuschauen können, stellt die Zeitung fest.

    Viele Experten sind heute der Auffassung, dass es an der Zeit ist, die antiterroristischen Bemühungen zu koordinieren. Wenn es für Indien und China kompliziert ist, angesichts eines langen Territorialstreits direkt zusammenzuwirken, so könnte der Mechanismus der Schanghaier Kooperationsorganisation (Russland, China, Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan und Usbekistan) eingesetzt werden. Die Frage eines Beitritts Indiens zu dieser Organisation wird bereits seit mehreren Jahren diskutiert.

    Sollte dieses Dreieck - ob im Rahmen der Schanghaier Organisation oder außerhalb dieser - reale Umrisse bekommen, dann wäre es sinnvoll zu überlegen, wie auch Pakistan in diese Struktur einbezogen werden könnte. Erstens, weil dieses Land zu den USA-Verbündeten gehört. Insofern würde die amerikanische Reaktion auf die Bildung des Dreiecks weniger stark sein. Zweitens: Pakistans Präsident hat einen tödlichen Kampf gegen Al Kaida bei sich zuhause aufgenommen und würde deshalb die Front gegen den Terror unterstützen.

    Bei einer solchen Kräftekonstellation hätte die neue Struktur, ob sie aus drei oder vier Ländern bestehen würde, mehr Chancen, eine stabilisierende Rolle in Asien zu spielen, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta".

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren