00:19 25 Januar 2017
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    Expertin: Westen wird sich kaum wegen YUKOS von Russland verabschieden

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    MOSKAU, 03. Juni (RIA Nowosti). Der Westen werde wohl kaum wegen des YUKOS-Falls auf eine harte Scheidung mit Russland eingehen. Diese Meinung äußerte die bekannte russische Soziologin Olga Kryschtanowskaja, Leiterin des Zentrums zum Studium von Eliten am Institut für Soziologie der Russischen Akademie der Wissenschaften, am Freitag auf einer Pressekonferenz in der RIA Nowosti.

    „Die Isolation Russlands und internationale Sanktionen nach der Verkündung des Urteils gegen Chodorkowski und Lebedew sind wenig wahrscheinlich", meint sie.

    „Kritische Bemerkungen werden heute von westlichen Journalisten gemacht, während die Staatschefs vorsichtig mahnen", so Kryschtanowskaja.

    „Von einem Kurswechsel der russischen Macht kann man heute nicht sprechen", sagte die Soziologin. „Viele sprechen heute davon, dass eine neue politische Epoche eingetreten sei, dass massenhafte Verfolgungen der Unternehmer, ein ‚Kalter Krieg' und das Versinken des Landes in den Abgrund des Stalinismus im Anzug seien - nichts davon wird geschehen", erklärte sie.

    „Die Macht gibt der Gesellschaft keine Signale, dass sie ihren Kurs ändern und auf Autoritarismus hinsteuern wolle", sagte die Soziologin. „In unserem Lande wird sich aber doch etwas ändern", fuhr sie fort.

    „Die mit dem Kurs unzufriedenen Behörden und betroffenen Unternehmer werden sich rächen: Sie werden Protestkräfte finanzieren, die das Land zu einer „orangefarbenen" Revolution führen können." ... „Einstweilen sind diese Protestkräfte noch nicht zahlreich, sie verfügen aber über Ressourcen", fügte Kryschtanowskaja hinzu.

    Olga Kryschtanowskaja arbeitet heute an einem Buch über Michail Chodorkowski und bemerkte in diesem Zusammenhang: „Er hat sich noch nicht entschieden, ob er in die Politik gehen sollte". Auf die scharfe Erklärung des verurteilten Oligarchen eingehend, betonte sie: „Chodorkowski tritt als ein von der Macht geschädigter Mensch auf, als ein Experte, aber nicht als Politiker".... „Chodorkowski befindet sich heute im Übergangszustand: Er möchte der Führer der Protestbewegung werden, tut das aber bislang noch nicht", sagte die Soziologin zum Schluss.