17:03 20 Januar 2017
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    „Wedomosti": Neuer englischssprachiger Fernsehkanal soll Russlands Image in der Welt anheben

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    MOSKAU, 06. Juni (RIA Nowosti). Im Herbst könne ein englischsprachiger Informationskanal „Russia Today (RTTV)" mit Rund-um-die Uhr-Sendungen beginnen. Die Beamten, die vorerst 25 - 30 Millionen Dollar investiert haben, würden versuchen, dem englischsprachigen Auditorium ihren Standpunkt über Russland und seinen Platz in der Welt näher zu bringen, schreibt die Wirtschaftszeitung „Wedomosti".

    Der RTTV-Kanal werde über einen Satelliten auf Russland, die anderen GUS-Länder, Europa, die USA und einige asiatische Länder ausstrahlen. Geschaffen werde er auf der Basis der RIA Nowosti. Zudem wolle der Fernsehkanal „Rossija", der zur staatlichen Holding WGTRK gehört, mit dem RTTV „bei einzelnen Projekten" zusammenarbeiten, berichtet einer der Leiter des WGTRK. Zur Chefredakteurin des neuen Kanals ist die 26-jährige Margarita Simonjan ernannt worden, die bis in die jüngste Zeit hinein als Vertreterin des TV-Kanals „Rossija" im „Kreml-Pool" gearbeitet hat. „Viele führende Staaten haben ein solches Fernsehen, nunmehr sind auch wir soweit", erläutert Margarita Simonjan.

    Der Sendebeginn des RTTV sei für den Herbst geplant, berichten zwei Quellen, die mit den Einzelheiten des Projektes bekannt sind. Eine der Quellen meint, die Programme könnten mit der Direktsendung der für den September geplanten Ansprache Wladimir Putins in der UNO beginnen.

    In China und jenen europäischen Ländern, die Satellitensendungen für das Ausland praktizieren, würden sie gewöhnlich aus dem Staatshaushalt oder den Abonnementsgebühren finanziert, behauptet Alexej Wolin, Generaldirektor des Verlagshauses Rodionow, in den Spalten der Zeitung. Doch einer der Organisatoren des Projektes vertritt die Auffassung, dass „Russia Today" die Steuerzahler in der ersten Zeit keine Kopeke kosten werde. Seinen Worten zufolge würden die Investitionen in dieses Projekt bis Endes des Jahres 25 - 30 Millionen Dollar ausmachen, die bei Kommerzbanken geliehen werden sollen.

    Der RTTV-Kanal werde es nicht leicht haben, das englischsprachige Auditorium zu erobern, prognostizieren Experten. Wolin, der in der Regierung Kassjanow für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig war, „stellt sich mit Mühe einen Fernsehzuschauer vor", der sich die russischen Nachrichten auf Englisch ansehen würde. „Alle werden verstehen, dass die Zensur hart sein wird", fügt Juri Rowenski, Generaldirektor der Gesellschaft „RBK (RosBusinessConsulting) Informationssysteme" (besitzt den Fernsehkanal RBK TV), hinzu. Die RIA Nowosti hat versprochen, dass die Redaktionspolitik des neuen Kanals ein gesellschaftlicher Rat aus Journalisten, Wissenschaftlern und Geschäftsleuten bestimmen werde, schreibt die Zeitung abschließend.

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