09:34 23 Januar 2017
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    Bericht über Situation in russischer Teilrepublik der Mari in Lissabon blockiert

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    MOSKAU, 6. Juni (RIA Nowosti). Ein Bericht über die Situation in der russischen Teilrepublik der Mari (Wolgagebiet) ist in einer turnusmäßigen Sitzung der Parlamentarischen Versammlung des Europarates in Lissabon blockiert worden. Das teilte der Leiter der russischen Delegation zur Parlamentarischen Versammlung des Europarates und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma Russlands, Konstantin Kossatschow, am Montag mit.

    „In der Sitzung des Büros der Parlamentarischen Versammlung des Europarates in Lissabon, die zum ersten Mal unter erweiterter Teilnahme Russlands stattfand, gelang es, einen von einigen Teilnehmern unternommenen Versuch zum Scheitern zu bringen, einen Bericht über die Lage in dieser russischen Teilrepublik zu initiieren, nach dem Rechte der Mari-Bevölkerung massiv mit Füßen getreten werden", fuhr der Parlamentarier fort.

    Kossatschow machte darauf aufmerksam, dass die Urheber des Berichtes vor allem Abgeordnete aus den Baltischen Ländern waren. „Der Versuch, eine Diskussion über diesen Bericht durchzusetzen, hatte einen deutlich geprägten politischen Charakter und war eine deutlich nicht adäquate Reaktion auf Erklärungen, nach denen die Rechte der russischsprachigen Bevölkerung in den Baltischen Ländern verletzt werden."

    Kossatschow sagte ferner, dass es einen speziellen Bericht zur Situation in der Republik der Mari „vor allem dank der russischen Teilnahme" nicht geben wird.

    In einer Resolution über die Lage des Volkes der Mari in Russland, die vom Europaparlament am 12. Mai in einer Plenarsitzung in Straßburg einmütig angenommen wurde, wird festgestellt, dass in der Republik der Mari Rechte und Freiheiten verletzt werden, die Ausbildung in der Muttersprache erschwert ist und Journalisten nicht staatlicher Massenmedien überfallen werden.

    Vertreter gesellschaftlicher Organisationen der Republik der Mari bewerteten diese Resolution als eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Republik und der Russischen Föderation als Ganzes. „Wir lehnen sowohl den Inhalt als auch den Ton dieses Dokuments ab", heißt es in einer Sondererklärung der finnisch-ugrischen Öffentlichkeit Russlands.

    „Jedes Volk hat seine nationalen Besonderheiten - Sprache, Kultur, Sitten und Bräuche wie auch deren Ausdrucksformen. Dabei sind die finnisch-ugrischen Völker, genau so wie die anderen Völker des Vielvölkerstaates Russland, in der Lage, ihre Probleme selber zu lösen. Die Einbeziehung ungebetener Ratgeber in diesen Prozess, die keine Informationen über die reale Situation in der Republik haben und Ziele verfolgen, die nicht mit den Interessen des Volkes der Mari übereinstimmen, können nur schaden und die Idee der europäischen Zusammenarbeit in Misskredit bringen", heißt es in der Erklärung.

    Das Territorium, auf dem die Mari ansässig sind, gehört seit 1551/52 zum Staatsverband Russlands. 1920 wurde das Autonome Gebiet der Mari gebildet, das 1936 in die Autonome Republik der Mari umgewandelt wurde.

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