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    Dsassochow legt Präsidentenamt in Nordossetien nieder, bleibt aber in der Politik

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    MOSKAU, 07. Juni (RIA Nowosti). Der Präsident Russlands, Wladimir Putin, brachte den Antrag Alexander Dsassochows auf Rücktritt vom Amt des Präsidenten Nordossetiens (Alania) auf eigenen Wunsch in das Parlament dieser Republik zur Prüfung ein. Zugleich schlug der russische Präsident als Kandidat für das Präsidentenamt Taimuras Mamsurow vor. Das teilte der Kreml-Pressedienst mit. Der 51-jährige Taimuras Mamsurow ist heute der Vorsitzende des Parlaments der Republik. Igor Dsantijew, Pressesprecher des Präsidenten Nordossetiens, teilte am 31. Mai mit, dass Alexander Dsassochow in Kürze den Posten des Leiters der Republik verlassen werde.

    Am selben Tag fand in Nordossetien eine Sitzung des Konsultativrates statt, an der Dmitri Kosak, bevollmächtigter Vertreter des Präsidenten Russlands im Südlichen föderalen Bezirk, Alexander Dsassochow, Mitglieder des Parlamentsrates, Regierungsmitglieder, Leiter der Rayonadministrationen und Vertreter der gesellschaftspolitischen Bewegungen Nordossetiens teilnahmen.

    Nach der Sitzung erklärte der 71jährige Dsassochow, dass er beschlossen habe, zurückzutreten, um "der jungen Generation den Weg frei zu machen. "Ich schaffe einen Präzedenzfall. Während alle darauf aus sind, ihre Amtszeit zu verlängern, beschloss ich, sie zu kürzen", sagte er.

    Der Präsident Nordossetiens erklärte auch, dass er nicht die Absicht habe, aus der Politik zu gehen. Er werde als Senator seine Republik im Oberhaus des russischen Parlaments vertreten.

    Die Vollmachten Dsassochows als Präsident der Republik sollten im Januar 2006 enden. (Er wurde - für jeweils vier Jahre - am 18. Januar 1998 und am 27. Januar 2002 zum Präsidenten der Republik Nordossetien gewählt.)

    Dsassochow wird heute auf einer außerordentlichen Sitzung des Parlaments Nordossetiens die Jahresbotschaft an das Parlament und das Volk der Republik verlesen.

    Nach den tragischen Ereignissen in Beslan am 1.-3. September des vorigen Jahres, als beim Terroranschlag auf eine Schule über 330 Personen, unter ihnen 186 Kinder, ums Leben kamen, rollte eine Welle von Manifestationen durch die Republik, deren Teilnehmer den Rücktritt der Führung der Republik, darunter auch Dsassochows, forderten. Aber damals trat er nicht zurück, um, wie er sagte, "kein Vakuum der Macht zu schaffen".

    Der heutige Vorsitzende des nordossetischen Parlaments, Taimuras Mamsurow, genießt die volle Unterstützung der Gesetzgebenden Versammlung, was sich über die Bevölkerung der Republik nicht sagen lässt. Lediglich der Terrorakt in Beslan (in der Schule waren der Sohn und die Tochter Taimuras Mamsurows unter den Geiseln) milderte wohl die Einstellung von Einwohnern der Republik gegenüber dem Parlamentsvorsitzenden. Aber sogar in Beslan treten die meisten Menschen gegen ihren Landsmann Mamsurow als möglichen Nachfolger Dsassochows auf.

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