09:34 23 Januar 2017
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    "Wremja Nowostej": Moskau fordert von Kiew europäische Gaspreise

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    MOSKAU, 07. Juni (RIA Nowosti). Der Gasprom-Vorstandsvorsitzende Alexej Miller hat dem Vorstandschef des Unternehmens Naftogas Ukraine, Alexej Iwtschenko, der zu Verhandlungen nach Moskau gekommen war, eine neue Basissumme für Marktpreis des russischen Gases - 160 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter - genannt. Außerdem wurde den Ukrainern empfohlen, 7,8 Milliarden Kubikmeter Gas zu bezahlen, das von Gasprom geliefert worden war und anschließend in den unterirdischen Gasdepots in der Ukraine „verloren ging", berichtet die „Wremja Nowostej" am Dienstag. (Der versäumte Gewinn infolge der nicht realisierten Möglichkeit, einen Teil von diesem Gas nach Europa zu exportieren, wird auf 700 bis 800 Millionen US-Dollar geschätzt.)

    Wie aus einer über den Verlauf der Verhandlungen informierten Quelle zu erfahren war, sei Iwtschenko außerdem aufgefordert worden, die Zukunftlosigkeit des Gastransportkonsortiums (Russland, Ukraine und Deutschland) offiziell einzugestehen und dieses Unternehmen zu liquidieren. Offenbar hatten die Gäste aus Kiew von der Gasprom-Leitung diese Härte und diesen Druck nicht erwartet. Deshalb erwähnten sie bei dem Treffen auch kaum ihre Lieblingsthemen - einen Anteil am Unternehmen RosUkrEnergo, das das turkmenische Gas in die Ukraine transportiert, sowie die direkten Gaskäufe bei Aschchabad nach 2007.

    Vertreter des Konzerns verweigern jeden Kommentar zu den Ursachen dieser Wende in Bezug auf das Land, das beim Transit von russischem Gas nach Europa die wichtigste Rolle spielt.

    Einerseits hatte die Gasprom-Leitung einen Segen vom Kreml für dieses Manöver einholen müssen. Andererseits musste Gasprom sich auch der Stärke seiner Verhandlungsposition und des Fehlens würdiger Gegenargumente aus Kiew sicher sein.

    Wie die Zeitung feststellt, erhält Kiew derzeit im Rahmen eines Tauschgeschäfts 23 Milliarden Kubikmeter für 50 Dollar pro 1000 Kubikmeter als Bezahlung für den Gas-Transit. Als Basispreis für die GUS-Länder gelten bei Gasprom 80 Dollar für 1000 Kubikmeter. Der Preisnachlass entsteht im Zusammenhang mit den Vorzugsleistungen bei der Transitbezahlung.

    Der Quelle zufolge ist dieser hohe Startpreis mit der Notwendigkeit verbunden, „die ukrainischen Kollegen auf den Boden der Realität zurückzuholen" und die russisch-ukrainischen Beziehungen in der Gasindustrie möglichst bald fest zu fixieren.

    Vor der Reise nach Moskau hatte Iwtschenko behauptet, er wolle bei Turkmenien Gas ohne Gasprom-Vermittlung kaufen. Außerdem hatte er vor, mit Miller eine Änderung des bisherigen Transitschemas für das turkmenische Gas abzustimmen. Offenbar blieben diese Worte in Moskau unbemerkt - Gasprom hat seine Position verhärtet, stellt das Blatt fest.

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