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    Human Rights Watch fordert internationale Untersuchung der Ereignisse in Usbekistan

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    MOSKAU, 07. Juni (RIA Nowosti). Die Internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch fordert eine internationale Untersuchung der Ereignisse in Andischan und ruft zu Sanktionen gegen Usbekistan auf.

    Der geschäftsführende Direktor von Human Rights Watch Kenneth Roth berichtete auf einer Pressekonferenz in der RIA Nowosti am Dienstag über die Ergebnisse der unabhängigen Untersuchung der Ereignisse in Andischan am 12. - 13. Mai.

    „Die Erläuterungen, die von der Regierung Usbekistans gegeben werden, sind pure Lüge", behauptet er.

    „Sie (die Behörden) sprechen von 170 Toten, in Wirklichkeit waren es um zig Größenordnungen mehr", sagte Roth.

    „Es wurde auf die Menge geschossen, in der sich hauptsächlich Frauen und Kinder befanden", erklärte er.

    Roth betonte die Notwendigkeit einer internationalen Untersuchung der Ereignisse in Andischan und äußerte die Meinung, dass dafür am wahrscheinlichsten „der internationale Druck auf Usbekistan erforderlich sein wird".

    „Die Regierung von Usbekistan spricht davon, dass wir ihr vertrauen und sie selbst die Ereignisse untersuchen lassen sollen. In Wirklichkeit aber blockiert die Regierung den Zugang zum Ort der Ereignisse", vermerkte Roth.

    Seiner Ansicht nach sollte die amerikanische Seite alle weiteren Verhandlungen mit Usbekistan über das langfristige Abkommen in Bezug auf den Militärstützpunkt einfrieren, bis Taschkent seine Zustimmung zur internationalen Untersuchung der Ereignisse in Andischan gegeben hat.

    „Die Vereinigten Staaten sollen alternative Varianten für ihre Stützpunkte in der Region erwägen", meint Ros.

    „Wenn die usbekische Regierung eine internationale Untersuchung verweigert, müssen die USA die strategische Partnerschaft mit Usbekistan und ihre militärische Präsenz in diesem Lande völlig einstellen", fügte er hinzu.

    Außerdem vertritt Human Rights Watch den Standpunkt, dass die Europäische Union das Abkommen über die Partnerschaft und Zusammenarbeit der EU mit Usbekistan (im Werte von 16 Millionen Euro) aussetzen sollte, bis Taschkent in die unabhängige internationale Untersuchung eingewilligt hat.

    „Die EBRD soll die gesamte Kreditierung Usbekistans kontrollieren, um Privatprojekte zu ermitteln, in denen das Interesse der Regierung oder einzelner Amtspersonen präsent ist, und das Einfrieren der Unterstützung solcher Projekte fördern", meint Human Rights Watch.

    Die von dieser Organisation durchgeführte Untersuchung gründete auf 50 Interviews mit Augenzeugen der Ereignisse in Andischan, teilte Roth mit.

    Human Rights Watch ist eine internationale Organisation, die sich die Aufgabe gestellt hat, auf die Einhaltung der Menschenrechte zu achten. Das Hauptquartier dieser Organisation befindet sich in New York.

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