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    Die europäische Verfassung sollte den christlichen Traditionen Rechnung tragen

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    MOSKAU, 07. Juni (RIA Nowosti). Die Aktionen gegen den Entwurf der europäischen Verfassung seien darauf zurückzuführen, dass dieses Dokument nicht die moralischen Traditionen der Völker des Kontinents berücksichtige, ist Russlands Patriarch Alexij II. überzeugt.

    „Ich denke, dass die Aktionen gegen die europäische Verfassung gerade dadurch hervorgerufen wurden, dass die Völker Frankreichs und der Niederlande die Verfassung nicht als etwas empfinden, was ihren Interessen, ihren moralischen Traditionen und ihrer Geschichte entspricht", erklärte Alexij II. am Dienstag in Moskau vor Journalisten nach seinem Treffen mit Pier Ferdinando Casini, dem Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses des italienischen Parlaments.

    „In diesem Falle stimmt unsere Position mit der Position der römisch-katholischen Kirche überein: Wir waren der Meinung, dass in der europäischen Verfassung die gemeinsamen christlichen Wurzeln, aus denen die gesamte europäische Kultur gewachsen ist, ihre Erwähnung finden müssen", betonte der Patriarch.

    „Das zu ignorieren hieße, gegen eine reale Wahrheit aufzutreten", sagte er ausdrücklich.

    Pier Casini stimmte dem zu, dass die orthodoxe und die katholische Kirche in dieser Frage einen gemeinsamen Standpunkt vertreten.

    Der Patriarch erklärte auch, dass das einheitliche Streben, Europa an seine gemeinsamen christlichen Wurzeln zu mahnen, eine gegenseitige Annäherung der russisch-orthodoxen und der römisch-katholischen Kirche fördern könne.

    „Ich denke, dass die Rückkehr zu den gemeinsamen christlichen Wurzeln, welche die Grundlage der gesamten europäischen Kultur bilden, zur Annäherung und ökumenischen Entwicklung zwischen den Kirchen des europäischen Kontinents beitragen kann", sagte Alexij II.

    Wie im Pressedienst des Moskauer Patriarchats erläutert wurde, bedeute die „ökumenische Entwicklung" im Kontext der Unterhaltung zwischen Alexij II. und Pier Casini „gemeinsame Interessen der christlichen Kirchen wider die Dechristianisierung Europas sowie die Lösung einer Reihe von anderen Problemen".

    Eines der Hauptthemen der Unterhaltung war der Entwurf der europäischen Verfassung. Die Seiten kamen überein, dass dieses Dokument „entseelt" sei.

    Der Patriarch und der Präsident des Abgeordnetenhauses Italiens besprachen ferner Probleme der Proselytenmacherei und des Sektenunwesens, die ihrer Meinung nach für die christliche Kultur destruktiv seien.

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