21:31 20 Oktober 2017
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    Außenminister Lawrow: Russland hat überall Interessen

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    MOSKAU, 08. Juni (RIA Nowosti). Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat der Monatszeitschrift "Polititscheski klass" ein großes Interview gewährt, das konzeptuellen Fragen der Außenpolitik des Landes gewidmet ist.

    Der Minister wollte zwar keine Antwort darauf geben, ob das heutige Russland eine Supermacht sei oder nicht, betonte aber, dass Russlands Diplomatie recht erfolgreich in allen Regionen der Welt arbeitet.

    "Wir arbeiten überall, wo wir potentielle politische und wirtschaftliche Vorteile sehen", erklärte Lawrow. Zu den Regionen, wo die Diplomaten besonders aktiv sind, zählte er neben dem postsowjetischen Raum Lateinamerika und Afrika. Dies sei in vieler Hinsicht mit Interessen der russischen Wirtschaft zu erklären, hieß es.

    Darauf angesprochen, wer heute Russlands Verbündete und Feinde sind, nannte Lawrow die Teilnehmer des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Weißrussland, Kasachstan, Kirgisien und Tadschikistan) als Moskaus Verbündete. Allerdings gelingt es in der jetzigen Epoche nicht immer, eine Grenze zwischen Verbündeten und Nichtverbündeten zu ziehen, so der Minister. Damit meinte er die Beziehungen mit einigen westlichen Ländern. Reale Feinde hat Russland keine, "und wir unternehmen alles", damit es auch keine potentiellen Feinde gibt, sagte Lawrow.

    Seiner Ansicht nach wäre es verfrüht, Alarm zu schlagen, weil der Expansionismus der USA, der Europäischen Union und Chinas zu einer Einengung des Einflusses Russlands führe. "Wir müssen in erster Linie unsere eigene Staatlichkeit festigen", erklärte Russlands Außenamtschef.

    Die Überlegungen von einer "globalen Demokratie unter Leitung der USA" bewertete der Minister als wenig realistisch. Nach seiner Ansicht entstehe die multipolare Welt bereits.

    Die komplizierten Beziehungen zwischen Russland und der Europäischen Union führte Lawrow in seinem Interview darauf zurück, dass die EU derzeit infolge ihrer beträchtlichen Erweiterung objektive Schwierigkeiten durchmache. Moskau habe bereits der EU vorgeschlagen, bis 2007, wenn sich das Russland-EU-Abkommen über Partnerschaft und Zusammenarbeit zum 10. Mal jähren wird, ein neues Abkommen vorzubereiten, das Russlands Interessen bei künftigen EU-Erweiterungen umfassender berücksichtigen sollte.

    Wie Lawrow abschließend betonte, erhebe Russland keinen Anspruch auf die Rolle des Hauptakteurs im postsowjetischen Raum. Aber auch kein anderes Land dürfte hier eine Monopolstellung beziehen, hieß es.

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