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    Lettlands Innenminister Jekabsons droht nach Treffen mit dem russischen Unternehmer Beresowski die Entlassung

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    RIGA, 8. Juni (RIA Nowosti). Die größte Partei im lettischen Parlament, „Neue Zeit", hat Ministerpräsident Aigars Kalvitis ersucht, zu prüfen, ob Innenminister Eriks Jekabsons weiter im Amt bleiben darf. Das teilte die Pressestelle der lettischen Regierung am Mittwoch mit.

    Der Antrag wurde im Zusammenhang damit gestellt, dass Jekabsons am vergangenen Freitag öffentlich erklärte, er habe sich in Riga mit dem in Ungnade gefallenen russischen Oligarchen Boris Beresowski getroffen, der auf der internationalen Fahndungsliste steht und jetzt in Großbritannien wohnt. Dabei hatte das Außenministerium Lettlands die Tatsache als solche bestritten, dass sich Beresowski in Lettland aufgehalten hatte. Die lettischen Parlamentarier sind der Ansicht, dass der Innenminister eine zu hohe Verantwortung übernommen habe und sein Treffen zuerst mit der Regierung Lettlands hätte abstimmen müssen.

    Zudem seien die Parlamentarier über die Tatsache empört, dass Jekabsons das Volk und die Massenmedien mehrmals belogen habe.

    Die Antwort des Ministerpräsidenten blieb bislang aus.

    Beresowski war am 25. Februar mit einem britischen Pass in Riga eingetroffen. In der lettischen Hauptstadt verbrachte der Oligarch nur sechs Stunden und gab keine lauten Erklärungen ab.

    Das Außenministerium Russlands ersuchte die lettische Seite um die Auslieferung Beresowskis. Aber die Behörden Lettlands schlugen die Bitte ab und bestritten die Tatsache des Aufenthalts Beresowskis in der Republik selbst.

    In einem am Freitag in der Tageszeitung „Diena" abgedruckten Interview gab Jekabsons zu, dass er persönlich mit Beresowski zusammengetroffen war, um das Ziel seines Lettland-Besuches zu erfahren.

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